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Im Test: Senran Kagura Burst Re:Newal

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Sieht man sich an, in welche Richtung sich die Serie entwickelt, vergisst man schnell wie vergleichsweise zahm es im ersten Senran Kagura zuging. Klar gab es auch damals schon Fanservice, allerdings versuchte man zumindest eine ernsthafte Geschichte zu erzählen. Senran Kagura Burst Re:Newal versucht die Story des ersten 3DS-Spiels mit der reformierten Spielmechanik späterer Teile zu verknüpfen. Letztendlich ist das Spiel lediglich ein Spiegelbild der Stagnation der Serie.

Erwartungsgemäß besteht das Ensemble aus Hauptcharakteren beinahe ausschließlich aus Highschool-Schulülerinnen, die trainieren um Shinobis zu werden. Es gibt zwei spielbare Handlungsstränge, die den Fokus auf unterschiedliche Shinobi-Schulen legen: Die gute Hanzō Academy, die im Original noch die einzige Lehranstalt war, und die böse Hebijo Clandestine Girls Academy, welche Fans aus Senran Kagura Burst kennen. Die Geschichte wird größtenteils in langen Visual Novel-artigen Abschnitten erzählt. Dazwischen werden ausgewählte wichtige Szenen in Zwischensequenzen in Spielgrafik dargestellt. Im Vergleich mit den letzten Spielen der Serie gestaltet sich Senran Kagura Burst Re:Newals Geschichte ernsthafter, ihr gelingt es aber an keinem Punkt unser Interesse zu wecken. Grund dafür ist der zwar unscheinbarere, aber immernoch enthaltene Fanservice. Dadurch wird jeder Versuch, eine seriöse Geschichte zu erzählen im Keim erstickt, auch wenn der ein oder andere Moment dafür die nötige Vorarbeit leistet.

Der Senran Kagura-Serie gelang es bisher nicht eine ausgewogene Balance zwischen Spielanteilen und Exposition zu finden und Burst Re:Newal reiht sich hier ebenfalls ein. Man hat das Gefühl eine Geschichte anzusehen und für ein paar Minuten ab und an kämpfen zu dürfen. Das trifft besonders für den Anfang des Spiels zu, wenn die Kämpfe im Nullkommanichts vorübergehen und man bereits die nächste lange Storysequenz präsentiert bekommt. Die 3DS-Version leidete ebenfalls an diesem Problem, bot aber noch mehr Spiel als diese Version.

An den eigentlichen Kämpfen hat sich im Vergleich zu Estival Versus wenig getan. Würden sich die beiden Spiele nicht optisch voneinander abheben, könnte man sie nicht unterscheiden. In den Auseinandersetzungen verlässt man sich auf die üblichen button mashing-Kombos, die man aneinander reihen und so Gegner in die Luft befördern kann. Die meisten Charaktere verfügen über ihre üblichen Verwandlungen und Spezialangriffe, doch es sind auch Neuzugänge darunter. Haruka benutzt statt den Nahkampfangriffen aus Burst ihr Bewegungsrepertoire aus Estival Versus – eine bequeme Designentscheidung. Die wiederkehrende Burst-Mechanik merzt die Tatsache, dass das Spiel repetitiv ist, nicht aus, da ihr lediglich härter und schneller zuschlagt.
Darüber hinaus werdet ihr dank der Kamera oft die Übersicht über das Geschehen verlieren. Sie bleibt oft an in den Level verteilten Objekten fest und kämpft ihr direkt an einer Wand, ist es beinahe unmöglich etwas zu sehen. Serienanhänger haben eine lange Leidensgeschichte mit der Kamera, so schlimm waren die Kameralprobleme aber noch nie.

Durch den Stellenwert als Remake des allerersten Senran Kagura-Spiels bietet es auch weniger Inhalt als die zuletzt erschienenen Serienableger. Die Auswahl an Startercharakteren ist gering und die ihnen jeweils zur Verfügung stehenden Level und Storyszenen schwanken stark in ihrer Anzahl. Überspringt ihr eisern alle Zwischensequenzen, habt ihr die einzelnen Handlungsstränge jeweils in ein bis zwei Stunden durchgespielt. Die Spielzeit wird dank schwankendem Schwierigkeitsgrad und sinnlosem Verbesserungssystem durch ständige Levelwiederholungen künstlich in die Länge gezogen. Das Spiel motiviert nicht zum Weiterspielen nach Abschluss der Story. Selbst ein Mehrspielermodus fehlt diesmal, sodass man nicht einmal den Schmerz des Grindens mit Freunden teilen kann.

Zumindest visuell wurde das Spiel leicht verbessert. Die Charaktermodelle sind etwas detaillierter und ausdrucksstärker, auch wenn die wallenden Animationen nach wie vor jeder physikalischen Grundlagen entbehren. Angriffe sind interessanter anzusehen, doch das abgefeuerte Effektgewitter bringt die Bildwiederholungsrate auf dem Standardmodell der PS4 in die Knie. Die Umgebungen sind nun hübscher texturiert, sehen jedoch weiterhin öde aus. Die visuelle Abwechslungsarmut ist auch auf die Verwendung von Gegenden aus Estival Versus zurückzuführen und führt zu noch mehr Wiederholungen während des Spiels.

Fazit

Im Grunde handelt es sich hierbei um ein weiteres Senran Kagura-Spiel nach Schema F. Hier und da gibt es kleine Verbesserungen, doch es hat sich zu wenig getan, um das Spiel von seinen Vorgängern abzuheben. Beinahe alle Inhalte werden wiederverwendet und durch den Mangel an Neuerungen fühlt sich Burst Re:Newal schon nach wenigen Stunden altbacken an. Seid ihr auf der Suche nach einem simplen Hack’n’Slash mit etwas eingestreutem Fanservice, könnte das Spiel im entferntesten etwas für euch sein. Selbst für dieses Anforderungsprofil gibt es deutlich bessere Spiele.

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