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Im Test: God Eater 3

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Der Erfolg von Monster Hunter für die PSP brachte viele Nachahmer mit sich. God Eater gelang es mit einzigartigen Gegnerdesigns und Mechaniken, sich davon abzuheben. Der Erfolg seiner Inspirationsquelle blieb dem Konkurrenten allerdings bislang verwehrt. Das mag sich beim dritten Teil nicht unbedingt ändern, doch der Versuch zählt.

God Eater 3 setzt einige Jahre nach den Ereignissen von God Eater 2 an. Die Welt wird immer noch von Aragami bedroht. Diese Wesen wurden nur für den Konsum geschaffen. Ihr Antlitz verändert sich je nach Nahrung, die sie zu sich nehmen. Aufgrund eines vor dem Start von God Eater 3 angesiedelten nicht näher erklärten Ereignisses hat sich die Lage im Kampf gegen die Aragami verschlimmert und das einst blühende Europa ist jetzt das unbewohnbare Land der Asche. Die einzigen, die sich im Kampf in den Ländereien der Asche erwehren können, sind die sich anpassenden God Eater, die im Gegensatz zu Menschen immun gegen die Wirkung der Asche sind.

Wie in den vergangenen beiden Spielen stehen euv6h bei der Charaktererstellung wenige Optionen zur Verfügung. Es gibt eine geringe Auswahl von Gesichtern, Accessoires und Kostümen. Doof, dass man sich nicht von anderen Figuren absetzen kann, da man ja doch in den meisten Zwischensequenzen zu sehen ist. Man geht allerdings eh meist teilnahmslos im Hintergrund unter, während sich die anderen Charaktere miteinander unterhalten.

Die Geschichte hat interessante Momente, doch die gehen schnell vorüber. Das Spiel setzt das schnelle Erzähltempo von God Eater 2 fort, geht dabei aber zu hastig vor. Zwar wurde das Ensemble an Figuren reduziert, mehr Zeit für Charakterentwicklung haben die Entwickler allerdings nicht eingeplant. Hugo, dem Freund des Hauptcharakters aus Kindheitstagen, ist dabei die löbliche Ausnahme. Der Rest der Charaktere wird für den Großteil der Geschichte außer Acht gelassen. God Eater 2 bot Charakterepisoden, die selbst Nebenfiguren mehr Persönlichkeit verschaffen haben. Diese wären auch in God Eater 3 sinnvoll gewesen, um die Charaktere interessanter zu machen und den Umfang des Spiels zu erhöhen.

Ein weiteres Problem mit der Story ist die englische Sprachausgabe. Die miserable Qualität der Synchro von God Eater 2 bleibt aus, doch im Vergleich zu den japanischen Sprechern wurde einiges an Qualität eingebüßt. Oftmals werden die falschen Wörter betont oder unpassende Emotionen ausgedrückt. Es ist weit davon entfernt, die schlechteste Lokalisierung aller Zeiten zu sein, doch das Potential war um einiges größer als das Endprodukt.

In den Kämpfen hat sich seit der kurzlichen Veröffentlichung der ersten Spiels God Eater: Resurrection nicht viel getan. Die Standardangriffe sind selbst mit schweren Waffen wie Hämmern flink und feindlichen Attacken weicht ihr mit einem Ausfallschritt aus. Mit dem neuen Dive Move bewegt ihr euch schnell durch die Level. Das könnt ihr dazu nutzen, die häufig fliehenden Aragami zu jagen oder schnell Materialien zu sammeln. Die Burst-Mechanik, die God Eater zu etwas Außergewöhnlichem macht, feiert ihre Rückkehr. Waffen heißen in God Eater God Arcs und verschlingen Gegner mit Haut und Haar, um ihren Besitzer zu stärken. Das versetzt euch in den Burst-Modus, der eure Attacken und eure Verteidigung stärkt sowie den praktischen Doppelsprung freischaltet. Es gibt drei verschiedene Level an Burst, wobei ihr ab Level 2 den Link Burst einsetzen müsst. Auch hierfür müssen Gegner verdrückt werden. Dreh- und Angelpunkt in den Kämpfen ist den Burst zu verwalten und so Missionen schneller abzuschließen, auch wenn euch eure KI-Begleiter im Link Burst gerne mal ein Schnippchen schlagen.

Das ist nur eine der Mechaniken, die Zusammenarbeit fördert. Das neu eingeführte Engage erfordert von euch, dass ihr nah bei euren Mitstreitern bleibt, um verschiedene Wertesteigerungen zu erhalten. Sobald Engage aktiviert wurde, profitieren zwei Gruppenmitglieder von besseren Bedingungen, die ihr vor der Mission festgelegt habt. Die Effekte sind nicht übermäßig stark, helfen euch aber Aragami schneller zu besiegen. Accelerate ist ein weiteres neues Feature, das euch Verbesserungen im Kampf beschert. Accelerate nimmt noch weniger Einfluss als Engage auf die Kämpfe. Es hätte Sinn gemacht, eine der beiden Mechaniken zu verstärken.

God Eater 2: Rage Burst verfügte über ein ähnliches Feature, das mehr Vorteile mit sich brachte, allerdings auch unter spezifischere Voraussetzungen aktiviert werden konnte. Es verstärkte nicht nur den Charakter, sondern verleihte den Kämpfen auch das gewisse etwas.

Zumindest sind die neu hinzugestoßenen Waffen einzigartig und es macht Spaß damit im Spiel herumzuexperimentieren. Für den Großteil der Missionen fiel unsere Wahl auf den Schweren Mond, eine merkwürdige Mischung aus Chakram und Axt. Selbst als zweitlangsamste Waffe im Spiel ist sie noch immer schneller als schwere Wafen in Games wie Monster Hunter und Toukiden. Jede Waffe hat Zugriff auf Burst-Fähigkeiten, die Boden-, Luft- und Dash-Angriffe beeinflussen. Das ist nur im Burst-Modus möglich und so ist das Vertilgen von Feinden wichtiger denn je. Die Burst-Fähigkeiten der Waffen verändern diese dramatisch und fügen sich gut ins Kampfgeschehen ein.

Die Kämpfe machen Spaß, auch wenn einige unpassende Mechaniken enthalten sind, und das hohe Tempo sorgt im Vergleich mit anderen Jagdspielen für frischen Wind. Das größte Problem von God Eater 3 ist, dass es zu einfach ist. Aragami sind im Handumdrehen besiegt – nur wenige Missionen beschäftigten uns länger als zehn Minuten – und während ihr ständig neue Attacken am Start habt, hauen eure Opponenten immer gleich zu. Wenn die Geschichte die enorme Stärke eines Gegners besonders stark anpreist und ihr ihn in fünf Minuten legt, ist das einfach enttäuschend. Die schwierigsten Missionen sind die, in denen ihr gegen mehrere Aragami gleichzeitig kämpft, doch selbst dann könnt ihr euch mit euren KI-Partnern aufteilen. Es herrscht Missionsarmut, auch wenn man optionale Aufgaben berücksichtigt. Jeder Schwierigkeitsgrad bietet vor Abschluss der Haupthandlung nur eine Handvoll Nebenmissionen.

Ein Bereich, in dem God Eater 3 definitiv die Nase gegenüber den Vorgängern vorn hat, ist die Präsentation. Als erstes Spiel der Serie, das nicht für Handhelds entwickelt wurde, ist es deutlich hübscher und es macht Spaß die älteren Aragami, deren Darstellung nicht von den Hardware-Limitierungen zurückgehalten wird, zu sehen. Besonders viel Spaß macht es, einen Teil eines Amagaris zu zerstören, da es neue Animationen und Effekte gibt. An Steigungen funktionieren die Zielangaben von flächendeckenden Angriffen immer noch nicht wie vorgesehen. Sie fallen einfach in den Boden und so kann man bestimmten Angriffen nur schwer ausweichen.

Fazit

God Eater 3 ist ein guter Versuch, eine bereits etablierte Serie noch weiter zu verbessern, doch grundlegende Schwachpunkte verwehren dem Spiel den Status als Klassiker. Die unterschiedlichen Änderungen und Verfeinerungen der God Eater-Formel sind in der Gesamtbetrachtung gelungen. Macht es euch nicht aus, dass das Spiel in den Punkten Umfang und Anspruch strauchelt, werdet ihr eine Menge Spaß mit God Eater 3 haben.

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