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Test

Im Test: Lake

In der Postkarten-Idylle Providence Oaks verdingen wir uns als Brief- und Paketzustellerin. In unserem Test erfahrt ihr, ob Lake auch ein gutes Videospiel ist.

Lake wurde von Gamious (Turmoil, Team Racing League) entwickelt und von Whitethorn Digital am 1. September 2021 für Xbox Series X|S, Xbox One, PlayStation 4, Switch und PC veröffentlicht.

Meredith Weiss arbeitet für ein Software-Unternehmen, das kurz vor dem großen Sprung steht. Als ihre Eltern Urlaub in Florida machen, springt sie für ihren Vater als Brief- und Paketzustellerin ein, schließt dabei neue Freundschaften und trifft alte Bekannte wieder. Ultimativ muss sie sich entscheiden, ob sie zurück in die Stadt geht oder in Providence Oaks bleibt.

Zu den Einwohnern von Providence Oaks zählen Holzfäller Robert, Bootsverleiher und Hobby-Tierarzt Burt, das Hippypärchen Mickey und June, Farmer und DJ Jack, die nerdy Videothekenbesitzerin Angie, die Videospiel-“begeisterte” Empfangskraft im Motel Matt und Kay, Merediths beste Freundin aus der Schulzeit. Jede Figur verfügt über eine besondere Eigenschaft, das wars dann aber auch schon beinahe was die Geschichte angeht. Die Dialoge sind größtenteils belanglos und haben wenig Tiefgang, ein Entrinnen gibt es trotzdem nicht. Dialogoptionen entscheiden den Fortgang der verzweigten Geschichten, z. B. kann man den Kollegen, der ein illegales Pferderennenwetten-Scheme betreibt, verpfeifen, oder nicht und er wird suspendiert oder die Katze einer alten Lady zum Tierdoc bringen. Die bedankt sich dann am nächsten Morgen über das Radio. Wir können uns auch mit Bewohnern verabreden. Die Treffen bzw. Dates münden allerdings nur in kurzen Zwischensequenzen. Da die Dialoge allerdings wie bereits erwähnt sehr oberflächlich sind und die Gesichter puppenhaft sind und wenige Gesichtszüge erkennbar sind, wertet das das Spiel wenig auf. Immerhin bieten die Dialoge viele popkulturelle Referenzen zu 80er-Musik und -Filme wie Cindy Loper, Journey, New Order, Blue Velvet, Jaws und Zurück in die Zukunft.

Doch zurück zum Tagesgeschäft: In einem Truck liefern wir Briefe und Pakete aus. Die Empfänger lokalisieren wir mit der Karte, auf der wir auf Knopfdruck auch zu bestimmten Punkten schnellreisen bzw. eine Autopilotfunktion nutzen können. Schön wäre gewesen, wenn dies vom Spiel auch erklärt worden wäre. Wir sind durch Zufall auf diese entlastende Funktion gestoßen. Die Steuerung des Trucks ist eingängig, er hat allerdings keinerlei Schadensmodell. Es gibt eine Verfolgerperspektive, aber keine weiteren Kameraeinstellungen wie etwa aus der Fahrerkabine. Mit einer solchen Perspektive und ggfs. Anpassungsmöglichkeiten des Trucks hätte man für zusätzlichen Spielspaß sorgen können. Meredith kann nur etwas flinker gehen, aber nicht rennen. Das macht das Ausliefern von Paketen zur Qual, wenn man nicht direkt neben der Haustür des Empfängers geparkt hat.

Das Gebiet, das wir befahren können, ist zwar abwechslungsreich gestaltet, allerdings ist es voll von unsichtbaren Barrieren und nur eine Handvoll Häuser wie sind begehbar. Um den namensgebenden See sind eine Ortschaft mit Tante Emma-Laden, Videothek und zahlreichen Wohnhäusern, ein Campingplatz, eine Tankstelle, ein Diner, ein Motel, eine Farmer und mehrere Waldstücke mit abgeschiedenen Hütten, in denen merkwürdige Dinge geschehen, zu finden. Zufallsereignisse am Wegesrand, etwa wie in Red Dead Redemption 2, hätten dem Spiel gut getan. Andere Fahrzeuge verhalten sich merkwürdig und sind selten anzutreffen. Selbst wenn man einen kilometerlangen Stau über einen längeren Zeitraum provoziert, wird nicht gehupt – die Bewohner Providence Oaks haben die gute Laune dauerhaft gepachtet. In den Außenbezirken trifft man manchmal auch ein Hirsch, insgesamt gibt’s aber viel zu wenige Tiere, um glaubhafte Wälder darzustellen. Es gibt keinen Zeitdruck in Lake, allerdings auch keinen Tages-/Nachtwechsel und kein dynamisches Wetter. Wenn es in die Story passt, regnet es auch manchmal.

Die detailreichen Umgebungen und die farbenfrohe Optik können zumindest für einen gewissen Zeitraum die Motivation aufrecht erhalten, den Truck durch Providence Oaks zu manövrieren. Schnell hat man allerdings alles gesehen und gemacht. Der Arcade-Automat im Diner hat ein unterhaltsames Ghostbusters-artiges Spiel. Das Fotografieminispiel ist eine nette Idee mit Wettbewerbsfunktion, allerdings sind bei uns alle Fotos schwarz geworden und den Wettbewerb haben wir mangels Hinweis verpasst. Das sind die einzigen Nebenaktivitäten, die wir in Lake gefunden haben. Es wäre schön gewesen, das eigene Haus auch tagsüber und nicht nur nachts zu Telefonaten mit den Eltern betreten zu können und Nebenaktivitäten nachzugehen. Ein Angelminispiel hätte sich etwa beim Feierabendausflug zum Bootsverleiher angeboten. Oder ein optionaler Modus, in dem der Treibstoffverbrauch berücksichtigt wird und die Route tatsächlich vorher sorgfältig geplant werden muss.

Wir empfehlen regelmäßig zu speichern, denn das Spiel speichert nur sporadisch automatisch. Eure Entscheidungen spiegeln sich nach einer Spielzeit von circa sechs bis sieben Stunden in unterschiedlichen Enden wieder, die den Wiederspielwert erhöhen würden, wenn der Gameplay-Look nicht so schnell dröge werden würde.

Fazit

Providence Oaks ist ein idyllischer hübscher Ort, der zum Flanieren einladen würde, wären da nicht einige Macken. Da wären z. B. die oberflächlichen Dialoge mit den Bewohnern, die nicht gerade dafür sorgen, dass wir tiefsinnige Gedanken haben, während wir die ellenlangen Strecken auf uns nehmen, bevor wir durch Zufall die Schnellreisefunktion finden. Der fehlende Tag-/Nachtwechsel, die fehlenden Passanten abseits der o.g. Charaktere, die im Übrigen auch keinen Tagesablauf haben, und die wenigen Tiere, die wir antreffen, sorgen nicht gerade dafür, dass wir unseren Aufenthalt in Providence Oaks verlängern müssen. Trotz der genannten Mängel sorgt das Spiel für seichte Seifenoper-artige Unterhaltung und für kurzzeitigen Spaß bei der Auslieferung der Post. Vor dem Kauf empfehlen wir euch, in die Demo reinzuspielen, die einen guten Überblick über den Spiel verschafft.

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