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Special

Halloween Week: Infamous – Festival of Blood

Anlässlich unserer Halloween Week testen wir heute das Infamous-Spinoff Festival of Blood, denn Vampire heißen nicht automatisch Teenie-Kitsch.

Cole McGrath ist als knallharter Action-Held aus den ersten beiden Infamous-Titeln bekannt, zwei hochklassigen Open World-Actionprüglern. In der allein lauffähigen Download-Erweiterung Festival of Blood wird der Conduit (Übermensch) von einem Vampir gebissen und verwandelt sich ebenfalls in einen. Mit diesem Twist dreht Sucker Punch das bewährte Konzept und und aus dem hilfsbereiten Knaben wird ein gnadenloser Blutsauger.

Ein Vampir kommt selten allein

Durch Coles übermenschliches Blut ist die mächtige Vampirin Bloody Mary wieder zum Leben erwacht und Cole bleiben von Mitternacht an acht Stunden, um sie vor Sonnenaufgang wieder in das Reich der Toten zurückzubefördern. Da Infamous: Festival of Blood ein günstiger Downloadtitel ist, kann man beim Umfang keine Wunder erwarten und so dauert das Abenteuer nur rund drei Stunden. Diese sind aber echt spaßig, was in erster Linie an den actiongeladenen Kämpfen liegt.

Im Gegensatz zum ersten Infamous ist das Kampfsystem etwas vereinfachter. Die Möglichkeiten, den anderen Vampiren auf ihre krummen Nasen zu hauen, sind limitiert. Coles Eigenschaft, Elektrizität in großen Mengen abzusondern, macht den Blutsaugern nicht viel aus und so ist in diesem Teil Handarbeit gefragt. Mit einem religiösen Dolch bewaffnet bekämpft ihr teleportierende Vampire, wild um sich schießende Ballerinas (Kudos an Chicky für diese Wortkreation) und mächtige Dämonen. Das Verhalten der Gegner erinnert an bekannte Infamous-Feinde, was Fans gleichermaßen freuen, aber auch zwecks Innovationsmangel sauer aufstoßen kann.

Die Vampirsinne

Seine Vampirgestalt verleiht Cole besondere einige coole Kräfte. So kann er sich in einen Fledermausschwarm verwandeln und sich in einer verschwommenen Ego-Sicht blitzschnell durch die Lüfte schwingen. Das verbraucht Blut, das ihr bei Bedarf den Einwohnern abzapft. Zusätzlich zum Schattenschwarm besitzt er auch eine Vampirsicht, die ihm Laufwege in Form von Hologrammen von Dämonen anzeigt – wie man es schon in ähnlicher Form aus Infamous kennt – und Verräter enttarnt. Denn nicht nur der Riddler im aktuellen Batman-Spiel, sondern auch Bloody Mary hat in Festival of Blood als Menschen getarnte Verbündete im Umlauf, die ihr mittels Vampirsicht enttarnen und anschließend Pfählen könnt. Wie mit vielen solcher Aktionen gibt es durch wiederholtes Ausführen dieser Tätigkeit ein Stärkeupgrade (z. B. wird euer Blitz verbessert) und anschließend eine Trophäe.

Meet the Pyre Night

Die Straßen von New Marais sind in dieser besonderen Nacht stark bevölkert und Monster und Menschen sind schwierig auseinander zu halten. Es ist schließlich Pyre Night, in der man sich verkleidet, um Feuerstellen schart und tanzt – in etwa wie das Straßenfest am Anfang von Sleeping Dogs (Test), nur viel größer. Obwohl Festival of Blood nicht sonderlich viele Missionen bietet, könnt ihr euch frei durch die hübsch geschmückte und von riesigen Bannern und Ballons überzogene Stadt bewegen. Sammelobjekte halten Komplettisten etwas länger bei der Stange. Das Finden und Zerschlagen von Blutkrügen erweitert eure Blutanzeige und Hologramm-Trybals von Mary erzählen etwas mehr von Bloody Marys Hintergrundgeschichte.

Während die Kämpfe schön knackig sind und ihr nach und nach die serientypischen Kräfte erlangt, ist das Missionsdesign etwas dröge. Ihr verfolgt Bloody Mary in Katakomben, anschließend quer durch die Stadt und stellt euch dann einem Showdown, in dem euch das Spiel mehrere Wellen an Gegner vor die Füße wirft. Dafür werden die Abschnitten von lustigen Dialogen mit Coles bestem Freund Zeke aufgelockert, die teils in Spielgrafik, teils in wirklich schön gezeichneten Comic-Panels aufbereitet sind. Die Atmosphäre zieht einen vom ersten Moment an in den Bann, kippt sie ständig von Feststimmung in kaltes Grauen, wenn der nächste Dämon erscheint. PlayStation Move und stereoskopisches 3D werden übrigens unterstützt und eigene Missionen soll man auch erstellen können, jedoch haben wir das nicht ausprobiert. Ein Lob gebührt der tadellosen Übersetzung, sowohl in Textform als auch anhand der hervorragenden Sprachausgabe.

Fazit

Mit Infamous: Festival of Blood werden Infamous-Fans drei unterhaltsame Stunden verbringen und Neueinsteiger werden ebenso bei Laune gehalten und werden vielleicht sogar dazu inspiriert, auch einmal in die “großen” Teile reinzuschauen. Das Spiel wartet mit einigen netten Ideen auf und lässt euch New Marais mal auf eine ganz andere Art erleben. Wer über die kurze Spielzeit hinwegsehen kann, wird mit Infamous: Festival of Blood ein Wochenende lang sein Vergnügen haben. Dank dem Halloween Sale im PlayStation Network kostet das Spiel derzeit nur 4,99 Euro, für die wir Action-Fans Festival of Blood in jedem Fall an’s Herz legen. Sollte es dann doch zu kurz sein, könnt ihr auch einfach noch mit dem ähnlich gestrickten Alan Wake’s American Nightmare (Test) nachlegen, das derzeit über Origin und Steam für 6,49 Euro angeboten wird.

Infamous: Festival of Blood
Genre: Action-Adventure
System: PS3
Preis: 4,99 Euro / 3,99 GBP / 2,50 – 4,99 US-Dollar (PSN / Halloween-Preise)
Entwickler: Sucker Punch
Publisher: Sony

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