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JahresrückblickSpecial

Patricks Spielejahr 2017

Inhalt

Seite 1: Höhepunkte
Seite 2: Enttäuschungen & Nachgeholt
Seite 3: Top 5 Spiele des Jahres

Top 5-Spiele

5. Finding Paradise

Als Kan Gao den Nachfolger zu To The Moon ankündigte, hat er sich sicher keinen Gefallen getan. Der Überraschungshit war anno 2011 in aller Munde. Der eigentliche Held war damals Johnny Wyles, dessen Wunsch einmal zum Mund zu fliegen es zu erfüllen galt, indem man in die Rolle von Dr. Eva Rosalene und Dr. Neil Watts schlüpfte und dessen Erinnerungen an Kernpunkten so veränderte, dass der Klient diese Erfahrung mit ins Jenseits nimmt. Ein ähnliches Konzept liegt auch Finding Paradise zu Grunde. Hier ist der Kunde der erfolgreiche Pilot Colin Reeds und die Geschichte nimmt eine ganz andere Richtung als der inoffizielle Vorgänger, spielt noch viel mehr als zuvor mit der Erwartungshaltung des Spielers und dekonstruiert den Grundgedanken. Die emotionale Schlagkraft eines To The Moon entfaltet Finding Paradise erst, wenn ihr die größte der drei Zwischenfolgen A Bird Story (mein Test) gespielt habt. Zudem ist die Geschichte mit Meta-Ebenen und popkulturellen Anspielungen vielseitiger, die Puzzles wurden aufgewertet, es gibt neue spannende Gameplay-Elemente und Kan hat vorsichtig erste Brotkrümel für den nächsten Teil gestreut.

4. Thimbleweed Park (Mein Test)

Mit einer toll inszenierten Krimi-Geschichte, großartigen Charakteren, humorvollen Dialogen und der omnipräsenten Diffamierung des Point’n’Click-Adventure-Genres hat mich Tim Schaefer eines Besseren belehren können, dass das Genre auch heute noch, selbst mit der gewöhnungsbedürftigen aber funktionierenden Steuerung auf Konsolen, Freude macht und zwar gerade weil es sich kritisch mit der Machart von Adventures auseinandersetzt. Ich plädiere für ein Ransom-Spin-off!

3. Uncharted: The Lost Legacy

Endlich ein Uncharted ohne den gut aussehenden Labersack Nathan Drake und mit zwei starken Frauen in der Hauptrolle. Zwar setzt Naughty Dog in der “filmischen Präsentation” weiterhin auf diffamierende Kamerawinkel, doch gerade die Leistungen von Claudia Black und Laura Bailey als Chloe Frazer und Nadine Ross sind es, die die Serie zu neuen Höhen verhilft. Gameplaytechnisch konzentriert man sich auf die Stärken von Teil 4: Klettern, schleichen und Hub-Areal per Buggy erkunden. Dieser Trend gefällt mir gut, war es doch in der alten Trilogie noch so, dass man Heerscharen an Gegnern mit Kugeln durchlöchern musste, um irgendwann den Abspann sehen zu können. Stattdessen bietet das Leveldesign unterschiedliche Möglichkeiten, sich den bis an die Zähne bewaffneten Söldnern zu entledigen. Die Flora und Fauna Indiens spendiert Schleichfüchsen wie mir immer genug Deckung, um größtenteils unbemerkt zu operieren, doch meist endet’s doch in chaotischen Shootouts mit Raketen, Granaten und kleinen Panzern in allen Himmelsrichtungen. Tolle Set-Pieces, für die die Serie bekannt ist, sind etwas rar, aber am Ende ist es eben ein Add-on, das zum eigenständigen Spiel wurde und für das ist es super geworden.

2. Rakuen (Mein Test)

Laura Shigihara ist einzige Person, die an der Entwicklung von gleich zwei Titeln in meinen Top 5 beteiligt ist. Während sie in Finding Paradise für die Musik mitverantwortlich ist, entführte sie mich im Mai in die magische Welt von Rakuen. Das Top-Down-Adventure ist gleichermaßen in einem trübseligen kargen Krankenhaus als auch in einer kunterbunten Fantasy-Welt zum Wohlfühlen mit zahlreichen von mir liebgewonnenen Charakteren angesiedelt, verarbeitet aber in einer zweiten Ebene eine der größten Katastrophen der realen Menschheitsgeschichte auf eine verantwortungsvolle Weise. Rakuen entwickelt eine Dynamik zwischen der grundlegenden Story des Spiels – die Fantasy-Welt im Gute Nacht-Geschichtenbuch der Mutter zu retten – als auch der zweiten Ebene und spätestens am Ende ist Taschentuchalarm angesagt. Hinzu kommt der großartige Soundtrack mit sowohl Instrumentaltracks als auch gesungenen Liedern, der mit Jump meinen Spielsonghit des Jahres enthält. Fünf von fünf gezwirbelte Zwiebelbärte.

1. Yakuza 0 (Mein Test)

Was japanische Actionspiele angeht, ist Yakuza wohl die nischigste Serie überhaupt. Als großer Fan der Serie hab ich dem Prequel entgegen gefiebert und es ist für mich bislang der beste Teil der Serie. Die Story ist für mich der wichtigste Teil in diesen Spielen und die ist diesmal besonders gelungen, da sie sich einzelne Geschichte konzentriert, die am Ende ein großes Ganzes formen. Zuvor wurde das auch versucht, oft verliert sich die Serie allerdings in Nebensträngen mit Dutzenden von Familien und Patriarchen, sodass sich selbst Serienkenner kaum mehr auskennen. Yakuza 0 erzählt die Anfänge der beiden wichtigsten Seriencharaktere, Kazuma Kiryu und Goro Majima, und so menschlich wie hier erscheinen sie in der gesamten Seriengeschichte nicht mehr. Dadurch fällt das Spiel aber auch etwas aus dem Rahmen, den selbst wenn man den Figuren hier viel Leben und Emotion einhaucht, sind sie in den Nachfolgern trotzdem eindimensionale Figuren, die der Lacher respektive Schocker wegen eingebaut wurden. Auch spielerisch zählt Zero zu den Höhepunkten der Serie, da es eine Vielzahl an Moves kategorisiert in unterschiedliche Kampfstile verfügbar sind und die Kämpfe nie dynamischer waren. Der Skilltree wurde hingegen vollkommen verkorkst. Schlussendlich wird mit Zero jeder Fan der Serie für die Durststrecken nach jahrelangen Veröffentlichungspausen, nie lokaliserten Spielen (Ishin, Kenzan) und nur per Download veröffentlichten Spielen (5) mehr als entschädigt und wie es Yakuza 4 und 5 für die PlayS3 waren, so werden 0 und 6 retrospektiv zu den wichtigsten Spielen für die PlayStation 4 zählen.

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