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Im Test: Little Witch Academia – Chamber of Time

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Als auf Videospiele spezialisierte Website behandeln wir Anime eher selten. Doch wenn wir das täten, dann wäre Little Witch Academia einer der ersten modernen Anime, die wir aufgrund der großartigen Charaktere und den zahlreichen Spielereien jeder Folge empfehlen können. Das Spiel Chamber of Time hat versucht die Stärken des Anime einzufangen, doch versagt dabei in beinahe jedem Bereich.

Für alle diejenigen, die den Anime Little Witch Academia noch nicht gesehen haben, bietet Chamber of Time Kurzvorstellungen der wichtigsten Charaktere und einen generellen Überblick über das Ausgangsszenario des Anime. Da die Originalserie das Hauptaugenmerk nicht auf eine übergreifende Handlung legte und die einzelnen Folgen in sich abgeschlossen waren, kann man ohne große Verwirrung ins Spiel springen. Chamber of Time ist direkt vor den Sommerferien an der magischen Akademie Luna Nova angesiedelt. Die junge Hexe Akko entdeckt in der Bibliothek der Akademie einen bislang verborgenen Raum. Akkos Neugier führt sie und ihre Freunde allerdings in eine Falle: Sie werden in einer Zeitschleife gefangen gehalten und müssen jeden Tag aufs Neue beginnen, ohne entkommen zu können – und morgens grüßt das Murmeltier.

In Chamber of Time erkundet ihr Luna Nova und sucht dort nach Hinweisen, um den Schabernack zu beenden. Zudem schaltet ihr durch Fortschritte in der Hauptgeschichte und durch das Erfüllen von Nebenaufgaben zahllose Dungeons frei, in die ihr hinabsteigen könnt. Luna Nova ist riesig und beheimatet eine Fülle an unterschiedlichen NPCs (Non-Player-Charakters; Nicht-Spieler-Figuren), mit denen ihr euch unterhalten und für die ihr Missionen erfüllen könnt. Eingangs freut man sich richtig darüber, die Umgebungen aus dem Anime erkunden zu können, doch das Erkunden der Akademie wird schnell mühsam. Akko bewegt sich langsam und Speicherpunkte, zwischen denen man schnellreisen kann, sind rar gesät. Hinzu kommt das Zauberspruchsystem. Akko benötigt unterschiedliche Arten von Tränken, um bestimmte Sprüche zu verwenden. Das Freischalten eines Speicherpunkts erfordert einen Zauberspruch, der Antritt der Schnellreise einen weiteren. Dieses System wäre erträglicher, wenn man sich auf die Zaubersprüche beschränkt hätte und es nicht erforderlich wäre, zusätzlich jedes Mal aufs Neue mehrere Tränke kaufen zu müssen, um das Erforschen etwas weniger ermüdend zu gestalten.

Ungeheuerlich wurde hingegen die Zeitschleifenmechanik gestaltet. Die Uhr tickt unaufhörlich runter während ihr Luna Nova durchstreift, es sei denn ihr befindet euch in einem Menü oder redet mit jemandem. Sobald es Mitternacht schlägt, beginnt der Tag neu und ihr werdet zurück zu Akkos Zimmer geschickt. Die Positionen der NPCs, Nebenaufgaben und Events sind allesamt abhängig von der aktuellen Uhrzeit. So wird die Suche nach bestimmten Figuren zum Graus. Die Karte hilft hier nicht, denn sie zeigt lediglich, ob hier eine Nebenaufgabe versteckt wurde, selbst wenn ihr diese bereits erledigt habt.

Die Dungeons in Chamber of Time sind nicht gerade unterhaltsam. Zunächst sammelt ihr Dungeonschlüssel in Haupt- und Nebenaufgaben. Während euch die Standardschlüssel Zugang zu den großen Verließen eröffnen, dürft ihr mit den kleinen Schlüsseln in Areale, die sich für die Sammlung von Gegenständen bzw. Erfahrungspunkten eignen. Jeder spielbare Charakter verfügt über drei Grundangriffe und sechs Zaubersprüche. Hier bleibt euch vor dem Betreten der Dungeons die Qual der Wahl. Wie bei Brawlern üblich dezimiert ihr zunächst zahlreiche kleinere Gegner, um danach gegen den Bossgegner anzutreten. Die Haupt-Dungeons sind zwar verwinkelt angelegt und bieten zahlreiche zusätzliche Räume, das Spiel belohnt euch allerdings nicht dafür, nicht den schnellsten Weg zum Boss zu nehmen. Letztere geben euch eine Menge Erfahrungspunkte und Gegenstände. Befindet ihr auf dem empfohlenen Level des Dungeons, solltet ihr kaum Probleme haben, die Bosse zu besiegen.

Wir beschönigen hier nichts: Das Kampfsystem von Chamber of Time ist grauenhaft. Die Angriffsabläufe jedes einzelnen Charakters fühlen sich klobig an und die meisten können nicht einmal Kombos verwenden. Es gibt daher keinen Grund dafür, mehr als eine der drei Attacken zu verwenden. Dieser Trend setzt sich bei den Zaubersprüchen fort, die sich lediglich in ihren Elementen unterscheiden. Zwar können viele Zaubersprüche durch das Aufleveln von Charakteren freigeschaltet werden, doch denen fehlt es selbst gegenüber den einfallslosen Angriffen an Durchschlagskraft. Chamber of Time gelingt es nicht einmal die Grundlagen eines Brawlers zu schaffen und die faden Dungeons machen das Spiel auch nicht unterhaltsamer.

Die einzigen Bereiche, in denen Chamber of Time punkten kann, sind Präsentation und Synchronisation, auch wenn erstere recht unbeständig ist. Die Charaktermodelle sehen fantastisch aus und simulieren den 2D-Stil des Anime in Perfektion. Alle Figuren werden toll animiert und verfügen über gewollt lustige Grimassen. Zudem wird jeder Charakter synchronisiert, selbst unwichtige NPCs. Das ist bei japanischen Spielen sehr selten. Leider fehlt den Umgebungen dieser Detailgrad. Die Hintergründe sind öde und im Fall der Dungeons sogar hässlich. Auch die Gegner stellen keine Augenweide dar. Die extremen Unterschiede der Darstellung der Charaktermodelle und allem anderen lassen uns staunend zurück.

Character models are fantastic, emulating the 2D art of the anime perfectly. Each character is animated well, including a lot of comedic facial expressions. Every character in the game is voiced too, even unimportant NPCs. It was a welcome surprise to find out that every single line of dialogue has voice acting, something that many Japanese games don’t do. It’s a shame that none of the environments have the same attention to detail, as most areas look extremely plain and uninteresting. Dungeons are especially poor, most having ugly backgrounds and some awful enemy designs. The difference in quality between the character models and everything else is incredibly jarring.

Die Qualität der PC-Umsetzung ist vergleichbar mit Bandai Namcos PC-Veröffentlichungen jüngster Vergangenheit, etwa mit Sword Art Online: Fatal Bullet. Das Spiel läuft zwar stabil, angesichts des geringen Detailgrades sind die Systemanforderungen relativ hoch angesetzt. Die Steuerung mit Maus und Tastatur ist wie schon in Fatal Bullet halbgar umgesetzt worden. Die Maus kann weder zur Navigation von Menüs noch zum Bedienen der Karte verwendet werden. Da man zum Finden von Haupt- und Nebenaufgaben häufig die Karte aufrufen muss, ist man besser beraten einen Controller zu verwenden. Seltenheitscharakter hat das positive Feature, dass man sowohl PS4- als auch Xbox-Knöpfe anzeigen lassen kann.

Fazit

Little Witch Academia: Chamber of Time ist wahnsinnig enttäuschend für jeden Anhänger der Serie und darüber hinaus auch für Fans von Brawlern. Dadurch dass Chamber of Time kurz nach dem großartigen Dragon’s Crown Pro erscheint, stellen sich die Probleme des Spiels noch deutlicher dar. Wir können allen Lesern nur dazu raten, diese Versoftung zu überspringen und den weitaus besseren Anime anzuschauen.

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