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Angespielt

Angeswitcht: Overcooked! 2, Hello Neighbour, Slayaway Camp

In der brütenden Hitze ist es manchmal ganz angenehm, sich in eine schattige Ecke zu verkriechen und mit der Nintendo Switch zu daddeln. Nachfolgend stellen wir euch ein paar neue Switch-Games vor.

Overcooked! 2

Vor zwei Jahren sorgten das britische Duo Ghost Town Games und Team17 mit Overcooked! für heiße Gemüter in den WG-Küchen dieser Welt: In Overcooked! mussten vier Hobbyköche ein Restaurant führen und unter enormen Zeitdruck die richtigen Gerichte servieren. Das kannten viele schon aus Cook, Serve, Delicious! oder gar dem Spielhallenklassiker Burger Time, doch durch das kooperative Gewusel und die verschiedenen Kochschritte sorgte das Spiel für eine Menge Unterhaltung – und jede zweite Partie endete in einer WG-Auflösung.

Ein Jahr später setzte man das Spiel für die Nintendo Switch um. Im April diesen Jahres meldete Team17 500.000 verkaufte digitale Einheiten der Switch-Version und selbstredend erscheint der zweite Teil neben der PlayStation 4, Xbox One und dem PC auch für Nintendos aktuelle Konsole. Auf der E3 2018 konnten wir das Spiel auf der Switch im lokalen 2-Spieler-Koop bereits anspielen. Jetzt konnten wir uns ausführlicher mit der fertigen Verkaufsversion beschäftigen, ebenfalls auf der vormals unter dem Codenamen NX bekannten Plattform.

Overcooked! 2 setzt im Vergleich zum Vorgänger in allen Bereichen noch einen drauf. Wir reisen diesmal auf einer Oberwelt von einem Level zum nächsten, allerdings steuern alle Spieler den Minivan gleichzeitig, was bereits vor dem eigentlichen Start in Chaos ausarten kann. Mit Spaghetti, Burritos, Pancakes und Sushi in zwei Varianten – wahlweise mit Fisch oder Gurke – bietet das Spiel einige neue Rezepte. Anders als andere Spiel recyclet Overcooked! 2 nicht die Rezepte und Level des ersten Teils in den ersten Spielstunden, sondern bietet Veteranen buchstäblich direkt zum Start frisches Futter. Die neuen Rezepte fügen sich homogen ein und bieten Abwechslung vom Burger- und Salat-geprägten Alltag.

Wie schon in Overcooked! sind die Level nicht statisch, sondern dynamisch. Vom Kochen in einem herabstürzenden Heißluftballon und in einer Zauberschule, in der Treppen von Geisterhand verschwinden, haben wir bereits in unserer E3-Vorschau berichtet. Später bereitet ihr die Gerichte sogar auf der Straße in rotierenden Küchen, auf treibenden Flößen und in einer Höhle, in der die mittlere Plattform hin und her schwingt, zu. Das Maß an Kreativität im Leveldesign konnte im Vergleich zum vorhergehenden Spiel nochmals gesteigert werden und Zusammenarbeit ist wichtiger dennje.

Der wichtigste Unterschied im Koop-Modus zwischen Overcooked! 2 und seinem Vorgänger ist, dass ihr diesmal nicht nur lokal sondern auch mit bis zu vier Spielern online kochen könnt. Online- und offline-Multiplayer kann auch kombiniert werden und so ergeben sich zahlreiche Szenarios, in denen andere Spiele einen (Schoko-)Riegel vorschieben, für die Overcooked! 2 jedoch ein Rezept hat. Versammeln sich etwa drei Freunde an einer Konsole und der dritte ist durch krankheitsbedingte Ansteckungsgefahr zu Hause, kann auch in dieser Konstellation online gespielt werden und das auch wahlweise jeweils mit nur einem Joy-Con. Der Pro Controller wird ebenfalls unterstützt.

Wir haben Overcooked! 2 auch im Einzelspielermodus ausprobiert. Hier steuert ihr zwei Köche, zwischen denen ihr frei hin und her wechseln könnt. Das sowieso schon stressige Treiben wird damit nochmals etwas anspruchsvoller da man ständig wechseln muss, um die hungrigen ungeduldigen Gäste zu versorgen. Bis zur Mitte der zweiten Welt sind wir mit wenigen Vorkenntnissen ganz gut durchgekommen, dann wird es aber richtig knifflig. Spielt ihr Overcooked! 2 allein, müsst ihr eure beiden Köche stets sinnvoll einsetzen und beschäftigen. Schneidet der Mauskoch das Fleisch, kann Kollege Adler bereits den Reis in den Koch werfen. Wir hätten uns gewünscht, dass wir die Köche nicht abwechselnd, sondern gleichzeitig steuern könnt, alá Brothers: A Tale of Two Sons (XTgamer-Test).

Mäuse, Adler, Werfen? Overcooked! 2 bietet eine Reihe neuer Köche, die ihr im Laufe der Kampagne freischaltet. Außerdem dürft ihr Zutaten (nicht fertige Gerichte oder Teller!) werfen. Das ist besonders im kooperativen Kochen sehr praktisch und in vielen Level essentiell, da sich zwischen den Plattformen z. B. ein klaffender Abgrunde oder ein reißender Fluss befindet. Profis werfen das gehackte Steak direkt in die Pfanne und sparen sich die zeitfressenden Laufwege.

Overcooked! 2 ist eine gelungene Fortsetzung und verbessert den bereits exzellenten Erstling auf allen Ebenen. Besonders die neuen Rezepte und der flexible Online-Multiplayer erweitern das Spiel sinnvoll. Der Einzelspielermodus dient in der ersten Welt als brauchbares erweitertes Tutorials, ist in den späteren Level eher an Profis gerichtet, die im Mehrspielermodus bereits alle Freundschaften zerstört haben. Wir können Overcooked! 2 im unterhaltsamen kooperativen Mehrspielermodus bedenkenlos empfehlen.

Hello Neighbor

Eine Modellbausiedlung, leere Straßen und ein Schrei. Da schreiten wir in Hello Neighbor zur Tat und versuchen in einem Katz- und Mausspiel die Geisel des furchteinflößenden bärtigen Nachbars zu befreien. Das Haus ist zu Beginn nur über das Fenster, das in den Garten gerichtet ist, begehbar. Ihr könnt allerdings von Innen auch die Vordertür öffnen oder bestimmte Fenster mit der Mülltonne einschlagen. Der Mann jagt uns, wenn auch uns nur riecht. Erwischt er uns, starten wir erneut außerhalb des Hauses.

Angenehm ist dabei, dass der Fortschritt teils übernommen wird und geöffnete Türen offen bleiben – es sei denn, er schließt sie. Wir können allerlei Haushaltsgegenstände mitnehmen und als Waffe zweckentfremden, vom Regenschirm über das Deo-Spray bis hin zur Bratpfanne. Doch der Platz ist begrenzt: Wir dürfen die Items auf lediglich vier Slots, die wir mit dem digitalen Steuerkreuz anwählen, legen. Besiegen kann man den Mann allerdings nicht, lediglich kurzzeitig außer Gefecht setzen. In den meisten Räumen gibt es auch Schränke, in denen wir uns verstecken und durch einen Spalt lugen können. Ist der böse Mann in unserer Nähe, vibriert der Controller stark und simuliert Herzflattern. Trotz seines comichaften farbenfrohen Looks erzeugt Hello Neighbor in diesen Momenten regelrechten Nerventerror.

 

Hello Neighbor ist kein leichtes Spiel. Viele Zimmer sind verschlossen und die Suche nach den jeweiligen Schlüsseln gestaltet sich als mühsam, da man aus den PC-Wurzeln des Spiels heraus beinahe jede der vielen Schubladen durchsuchen kann und muss, auch wenn viele am Ende doch leer sind. Wir steuern unseren namenlosen Protagonisten aus der Ego-Perspektive und die Bedienung funktioniert mit den Joy-Cons gut. Die Künstliche Intelligenz des Antagonisten ist unausgeglichen. Mal befinden wir uns in seiner unmittelbaren Umgebung er hört unser Umherwerfen von Küchenutensilien partout nicht. Bewegen wir uns hingegen außerhalb des Hauses, riecht er uns förmlich und hetzt uns zwei Mal ums Haus ehe er aufgibt.

Das Spiel besteht aus drei Akten und bietet aufgrund der Tatsache, dass man immer wieder neu starten muss eine Menge Spielzeit fürs Geld. Allerdings bezahlt man diese auch mit seinen Nerven.

Unser erster Eindruck von Hello Neighbor ist positiv: Das Haus des ersten Aktes ist bereits sehr liebevoll gestaltet, die comichafte Grafik nimmt etwas von der konstanten Anspannung und das Konzept ist gelungen. Der hohe Schwierigkeitsgrad dürfte aber vielen Spielern ein Dorn im Auge sein. Wer kreative Versteckspiele mag, sollte hier einmal reinspielen.

Slayaway Camp: Butcher’s Cut

Freitag, der 13., Nightmare on Elm Street, Halloween – Slasher-Filme waren in den 80ern populärer denn je. Slayaway Camp spielt im Jahr 1984 und versetzt euch in die Rolle von Skullface, der einen gnadenlosen Rachefeldzug führt. Das Menüdesign erinnert an Party Hard (XTgamer-Test): Die Welten sind in einzelne fiktive VHS-Kassetten mit trashigen Titeln gegliedert. Auch bei den Levelnamen, die sehr gut ins Deutsche übersetzt wurden, mussten wir das ein oder andere Mal schmunzeln. Darüber hinaus bietet das Spiel keine wirkliche Story, sondern fokussiert sich rein auf spielerische Aspekte.

Das eigentliche Gameplay ist simpel gestaltet: Die Level bestehen aus quadratischen Rasterfeldern, auf denen ihr euch rundenbasiert bewegt. In einer limitierten Anzahl an Zügen ist es euer Ziel, so viele Menschen um die Ecke zu bringen, bis sich der Ausgang öffnet, und durch diesen zu entkommen. Sobald ihr euch auf dem Feld, das an eine Figur anschließt, befindet, schaltet die jeweilige Inkarnation von Skullface den angsterfüllten Menschen aus. Die über 300 Level werden im Spielverlauf immer komplexer und das Leveldesign ist extrem variantenreich. Dass das Spiel sich selbst nicht ernst nimmt zeigt sich daran, dass Skullface die Blockfiguren zwar niedermetzelt, Tiere darf man jedoch auf keinen Fall umbringen oder auch nur erschrecken, sodass sie ins Wasser fallen. Die Gewaltdarstellung ist zwar explizit, aber so überzogen, dass sie zwar ein ums andere Mal schockt, aber nicht all zu sehr aufs Gemüt schlägt. Nach einem Game Over oder missglückten Zug dürfen wir allerdings jederzeit Zug für Zug zurückspulen. Polizisten verfolgen gegenüber Skullface die Anweisung „Shoot on sight“ („bei Sichtkontakt schießen“). Demnach müssen wir sie mit einem anderen im Level platzierten Telefon an den Hörer locken, bevor wir sie entweder umgehen oder etwas anderes mit ihnen machen können.

Mit abgeschlossenen Level verdienen wir Geld, mit dem wir neue Killer/Kostüme oder neue Finisher freischalten. Diese besonders brutalen Kills laufen am Ende jedes Levels in Form eines Quick-Time-Events ab. Da jedes Mal eine andere zufällige Animation, die aus eurem freigeschalteten Finisher-Portfolio stammt, abläuft, sorgt dies für Abwechslung. Das QTE ist am Ende aber immer das gleiche. Hier hätten wir uns weitere QTEs, die an den jeweiligen Kill angepasst sind, gewünscht. Der Butcher’s Cut ist konsolenexklusiv und bietet eine größere Anzahl an Killern, Rätseln und Finishern.

Slayaway Camp: Butcher’s Cut! ist ein herausforderndes Knobelspiel und versprüht mit seinem 80er-Slasher-Film-Flair seinen eigenen Charme. Aufgrund der kurzen Level bietet es sich an auf der Nintendo Switch im Handheldmodus zu spielen und ist ein guter kurzer Zeitvertreib etwa für Bahnfahrten.

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