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Test

Im Test: Beyond Blue

In Beyond Blue tauchen wir in den unberührten westlichen Pazifik ab, lauschen Walgesängen und entdecken viele Spezies. In unserem Test erfahrt ihr, ob sich der Tauchgang lohnt.

Beyond Blue stammt von dem New Yorker Entwickler E-Line Media, der mit dem Rätsel-Platformer Never Alone – Kisima Inŋitchuŋa (XTgamer-Playthrough) Wellen geschlagen hat. Im Gegensatz zu dem Iñupiat-Abenteuer spielt ihr Beyond Blue nicht aus einer 2,5D-Perspektive heraus, sondern aus der Third-Person-Ansicht. Wir übernehmen die Rolle der Tiefseeforscherin Mirai, die ein Forscherteam zur wissenschaftlichen Untersuchung des Ozeans leitet.

In mehreren Tauchgängen begleiten wir u. a. eine Walfamilie, studieren die Gesänge von Buckel- und Pottwalen und machen die Bekanntschaft mit einer selbst als Baby gigantischen Lederschildkröte. Wir können uns zwar innerhalb der Tauchgänge frei bewegen, haben aber jeweils ein festes Missionsziel. Eine riesige ausmodellierte Unterwasserwelt wie etwa in Subnautica ist nicht enthalten. Oftmals sieht man den Meeresgrund gar nicht, was allerdings mit dem geringen Sauerstoffvorrat begründet werden kann. Meist müssen wir über nahe gelegene Sonarbojen bestimmte Tierarten ausfindig machen, dorthin schwimmen und sie per Knopfdruck scannen. Die originalgetreuen Gesänge der Tiere und die detaillierten Modelle faszinieren eingangs und auch die Bindung zu den Walen wird durch Story-Ereignisse verstärkt, allerdings bietet Beyond Blue in seiner Spielzeit von zwei bis drei Stunden zu wenig Abwechslung. Eine nette Spielerei ist der Fotomodus, der über die üblichen Funktionen wie Zoom, Blur, Farbanpassungen und Effekte wie Vignette, Sepia und chromatische Abweichung verfügt, aber auch Mirai aus- oder Meeresschnee einblenden lassen kann.

Zwischen den Tauchgängen entspannen wir uns im U-Boot zu Musik einer interessanten Auswahl von Independent-Künstlern wie The Marías, Maisey Rikka und Sophie Gibson und unterhalten uns mit der Crew bestehend aus André and Irina sowie unserer Schwester Ren. Die YouTuberin Anna Akana (YouTube), Mira Furlan (Lost, Babylon 5), Hakeem Kae-Kazim (Black Sails, Hotel Ruanda) und Ally Maki (A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando) sorgen für die englische Synchronisation der belanglosen Dialoge, die komplett am Thema vorbeigehen und an eine kitschige Teenie-Seifenoper erinnern. Die unterschiedlichen Dialogoptionen machen sich im Spielablauf nicht bemerkbar. Viel machen kann man hier also auch nicht. Spielerisch erinnert Beyond Blue an Death Stranding, in dem das Walsterben ebenfalls eine wichtige Rolle spielt und das ebenfalls mit visuell tollen Momenten glänzt, allerdings spielerische Tiefe vermissen lässt.

E-Line Media hat in Beyond Blue wie zuvor in Never Alone eine Reihe von Behind the Scenes-Videos, also eine real gefilmte Dokumentation namens “Ocean Insights”, im Spiel hinterlegt, die in Form von ein- bis zwei-minütigen Videos nach und nach freigeschaltet wird und eine Gesamtlänge von circa 30 Minuten umfasst. Die Doku setzt Themenschwerpunkte wie Klimawandel, Walgesänge und die Rangordnung unter Wasser und fügt sich thematisch gut in die Missionen ein. Hier erfährt man deutlich mehr über den Ozean als im eigentlichen Spiel.

In punkto Technik sorgt Beyond Blue auf der PlayStation 4 Pro für gemischte Gefühle. Während die Wale, Haie und Delfine unglaublich detailliert dargestellt werden, geht die Bildwiederholungsrate in einer imposanten Jagdszenen mit Dutzenden von kleinen Fischen, die gleich von mehreren Parteien gejagt werden erheblich in die Knie.

Fazit

Tauchspiele erfreuen sich großer Beliebtheit und so hat man zwischen Games wie Abzû (XTgamer-Test), Subnautica und Endless Ocean die Qual der Wa(h)l. Beyond Blue bietet einen unterhaltsamen abendfüllenden Tauchgang, der mit einer informativen Realfilm-Dokumentation angereichert wird. Die riesige Artenvielfalt im Pazfik kann das Spiel allerdings beileibe nicht abbilden und so wirkt der Ozean in Beyond Blue oft leer und steril. Spielerisch stellt sich schnell eine gewisse Routine, um nicht zu sagen Eintönigkeit ein. Die emotional packenden Momente gegen Ende des Spiels sind es wert, diese Unzulänglichkeiten in Kauf zu nehmen.

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