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Angespielt

Eindrücke aus der PC-Version von Yakuza 0

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Die E3 2018 war in Punkto Ankündigungen von neuen Spielen für viele eine Enttäuschung, doch einige Überraschungen gab’s trotzdem und das ausgerechnet auf der sonst recht öden PC Gaming Show: PC-Unsetzungen von vergangenen und kommenden SEGA-Spielen, beginnend mit Yakuza 0 im nächsten Monat. Angesichts der bisherigen PlayStation-Exklusivität, die bislang nur in Japan gebrochen wurde, bedeutet dies ungeahnte Möglichkeiten für eine größere Bandbreite an aktuell konsolenexklusiven Titeln, die ihren Weg auf den PC finden könnten. Die PC-Umsetzung von Yakuza 0 ist grundsolide. Das verheißt Gutes für SEGAs kontinuierliche Arbeit an PC-Veröffentlichungen.

Bei Yakuza 0 handelt es sich um den idealen Serienteil, um die Marke auf dem PC zu etablieren. In Yakuza 0 erleben wir die prägenden Momente im Leben des Yakuza Kazuma Kiryu. Das Spiel verfeinert das grundlegende Gameplay und führt einige großartige neue Mechaniken wie das „Style“-System ein. Selbst die bei den Fans beliebten Minispielen erhalten ein paar Neuzugänge. Für eine tiefergehende Analyse des womöglich besten Spiels in der Serie steht für euch unser Test der PS4-Version zur Verfügung.

Die Veröffentlichung von Yakuza 0 für den PC könnte die Vorhut einer neuen Welle an Umsetzungen von SEGA darstellen, doch das japanische Traditionsunternehmen hat bereits viele weitere ihrer Titel portiert, etwa Puyo Puyo Tetris, Valkyria Chronicles und Bayonetta. Jede dieser Versionen spielt sich gut und auch die Heimcomputer-Fassung von Yakuza 0 reiht sich in diese Riege mit ein, allerdings haben wir auch kleinere Probleme gefunden. Yakuza 0 kann seine PS3-Wurzeln aufgrund der niedrig aufgelösten Menü-Sprites und Untertitel nicht verbergen. Da das Spiel ausschließlich über eine japanische Sprachausgabe verfügt und der Großteil westlicher Spieler konstant die Untertitel mitliest, ist dies unübersehbar. Diesen Umstand sollte man bei der Wahl der Auflösung bedenken, da dies bereits in 1080p auffällt und in 4K fällt das erst recht ins Auge.

Yakuza 0 läuft unabhängig von der gewählten Auflösung überaus gut. Wir verwendeten für unsere Testzwecke ein Mittelklassesystem und das Spiel lief durchgehend in 60 Bildern pro Sekunde. Im Gegensatz zu vergleichbaren Portierungen aus jüngster Vergangenheit unterstützt Yakuza 0 die Möglichkeit die Bildwiederholungsrate frei festzusetzen und UltraWide-Monitore. Zwar ist die Auswahl an Grafikoptionen gering, Yakuza 0 sollte aber auch Einsteigersysteme nicht vor all zu große Herausforderungen setzen.

Wie eingangs erwähnt handelt es sich um ein ursprünglich für die PS3 veröffentlichtes Spiel. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man ein Grafikpurist ist. Bei der Darstellung der Charaktere macht sich die visuelle Pracht besonders bemerkbar. Scans der Gesichter beliebter japanischer Schauspieler und Motion-Capture erwecken die unterschiedlichen Persönlichkeiten, auf die ihr trefft, zum Leben. Doch auch diese leiden an unzeitgemäßen Texturen und weniger wichtige Charaktere werden weitaus detailärmer dargestellt. Die Umgebungen haben in ihrer Darstellung Licht- und Schattenseiten. Die Reflexionen in Wasserpfützen sehen beeindruckend aus, doch eine Reihe an Straßen und Gebäuden sehen hässlich aus. In einer Serie wie Yakuza ist Grafik weitaus weniger wichtig als der spielerische Aspekt und die verfügbaren Nebenaktivitäten. Wir möchten darauf hinweisen, dass Yakuza 0 nicht der Vorzeigetitel ist, um seinen neuen 4K-Monitor auszuprobieren.

Die maue Unterstützung von Maus und Tastatur zieht sich wie ein roter Faden durch alle PC-Portierungen, über die wir bislang berichtet haben. Die Umsetzung von Yakuza 0 wagt hier einen Schritt in die richtige Richtung, doch der Controller ist immer noch das beste Eingabegerät. Selbst SEGA legte uns das nahe. Die Tastenbelegung kann frei konfiguriert werden, glücklicherweise selbst die der Maus. Die Kämpfe funktionieren mit dieser klassischen PC-Steuerung gut, doch ohne Analog-Stick ist man in seiner Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt. Echte Seltenheit bei Konsolenumsetzungen genießt die Unterstützung der Maus, um die Menüs zu bedienen. An der Bedienung der Kamera ohne Controller haben wir am meisten auszusetzen. Es stellt eine echte Herausforderung dar, während der Kämpfe die Übersicht zu behalten. Besitzt ihr als Verfechter traditioneller PC-Werte keinen Controller, könnt ihr Yakuza 0 angenehm durchspielen, doch noch besser spielt es sich mit jener Eingabemethode, für die das Spiel ursprünglich programmiert wurde.

Fazit

Auf dem PC kann man Yakuza 0 am besten genießen. Holt ihr euch das Spiel für diese Plattform, liefert ihr SEGA Gründe weitere ihrer Spiele für Heimcomputer umzusetzen. Yakuza 0 bietet auf dem PC viel mehr Optionen als vergleichbare Umsetzungen von Konsolentiteln und ist zudem weitaus günstiger als die PS4-Grundlage. Diese Version legen wir sowohl PC-Spielern, die schon seit Längerem Interesse an der Serie hatten, als auch Veteranen, die das Spiel nochmals angehen wollen, ans Herzen. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Umsetzungen die hohe Messlatte von Yakuza 0 halten kann.

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