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Angespielt

Eindrücke aus der PC-Version von Yakuza Kiwami

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Nach­dem Yaku­za 0 im ver­gan­ge­nen Jahr erfolg­reich für den PC umge­setzt wur­de über­rascht es uns nicht, dass PC-Spie­ler die Wie­der­kehr der Serie her­bei­seh­nen. Yaku­za Kiwa­mi hat sei­nen Weg auf Steam gefun­den und ver­än­dert wenig an der Erfolgs­for­mel, lie­fert aller­dings eine ins­ge­samt beein­dru­cken­de Por­tie­rung ab.

Yaku­za Kiwa­mi ist ein Remake des ers­ten Seri­en­teils, der 2006 auf der Play­Sta­ti­on 2 gelan­det ist. Es ver­sucht mit schwan­ken­dem Erfolg die Gescheh­nis­se in Yaku­za 0 mit der ursprüng­li­chen Aus­gangs­ge­schich­te zu ver­knüp­fen. Kiwa­mi erschien in Japan für Play­Sta­ti­on 3 und 4, im Wes­ten hat man sich dazu ent­schie­den aus­schließ­lich die PS4-Ver­si­on (Test) zu ver­öf­fent­li­chen. Die zugrun­de lie­gen­de Sto­ry bleibt unver­än­dert: Kiryu wur­de für 10 Jah­re hin­ter Git­tern gebracht, nach­dem er die Schuld sei­nes Kind­heits­freun­des Nis­hi­ki auf sich genom­men hat. Schon bei sei­ner Ankunft in Kamu­ro­cho brennt es wie­der – und wir reden noch nicht vom Mil­le­ni­um Tower, der all­jähr­lich wie ein Oster­feu­er in Flam­men auf­geht. In zusätz­li­chen Sze­nen wer­den die Ereig­nis­se aus 0 auf­ge­grif­fen. Die neu­en Zwi­schen­se­quen­zen ver­lei­hen Kon­text dazu was Nis­hi­ki wie­der­fah­ren ist, wäh­rend Kiryu im Gefäng­nis war. Nis­hi­ki war im Ori­gi­nal­spiel noch rela­tiv gesichts­los, die zusätz­li­chen Sze­nen in Kiwa­mi sowie die Geschich­te von 0 ver­bes­sern den Plot um ein Viel­fa­ches.

Es wen­det sich jedoch nicht alles zum Guten und in eini­gen Berei­chen wur­de über­se­hen nach­zu­bes­sern. Dem Eröff­nungs­ka­pi­tel in Kiwa­mi wur­de ein über­ar­bei­te­tes Tuto­ri­al spen­diert und die Cha­rak­te­re wer­den auf eine ande­re Wei­se ein­ge­führt. Bei­des ver­läuft unglück­lich. Das Spiel lässt euch hin- und her­lau­fen und nimmt sich außer­or­dent­lich viel Zeit. Eine knap­pe Ein­füh­rung hät­te in unse­ren Augen mehr Sinn gemacht. An vie­len der Zwi­schen­se­quen­zen nagt der Zahn der Zeit, denn die Ani­ma­tio­nen und Kame­ra­fahr­ten ent­sprin­gen dem Play­Sta­ti­on 2-Ori­gi­nal. Selbst mit der ver­bes­ser­ten Gra­fik füh­len sich die­se Sze­nen im Ver­gleich zu den neu bei­gemisch­ten Sequen­zen alt­ba­cken an.

Apro­pos Gra­fik: Seit Yaku­za 0 hat sich kaum etwas getan, schließ­lich ver­wen­den bei­de Spie­le die glei­che Engi­ne und Bau­stei­ne. Es han­delt sich ganz und gar nicht um ein häss­li­ches Spiel, aber sei­ne PS3-Wur­zeln sind unver­kenn­bar. Anhand der Model­le der Nicht-Spie­ler-Cha­rak­te­re las­sen sich jedoch von Nahem Ver­bes­se­run­gen aus­ma­chen. Dann sehen sie nicht übel aus, wür­de man hin­ge­gen Screen­shots der PC-Umset­zun­gen bei­der Spie­le neben­ein­an­der stel­len, könn­te man sie nur schlecht von­ein­an­der unter­schei­den (abge­se­hen von dem Alters­un­ter­schied Kiryus). Die PC-Ver­si­on unter­stützt sowohl höhe­re Auf­lö­sun­gen als 1080p als auch Ultra-Breit­bild-For­ma­te. Das Spiel ist aller­dings nicht dafür prä­de­sti­niert, euren nigel nagel neu­en 4K-Moni­tor aus­zu­tes­ten.

Kiwa­mi ist ein anspre­chen­des Remake, auch wenn es bei Zei­ten etwas repe­ti­tiv wird. Die unter­schied­li­chen Kampf­sti­le fei­ern eine Rück­kehr und sor­gen für etwas Cha­os. Das Frei­schal­ten von Moves für den Dra­chen-Stil gestal­tet sich merk­wür­dig, da hier das Maji­ma Ever­y­whe­re-Sys­tem ver­wen­det wird. Dar­in ist es eure Auf­ga­be, Maji­ma in aller­lei All­tags­si­tua­tio­nen in Kamu­ro­cho zu besie­gen. Klingt nach einer span­nen­den Mög­lich­keit neue Fähig­kei­ten frei­zu­schal­ten, aller­dings hal­ten wir es für eine selt­sa­me Design-Ent­schei­dung Kiryus iko­ni­sches Move­set für einen gro­ßen Teil des Spiels dahin­ter zu ver­schlie­ßen. In Kiwa­mi sind vie­le Mini­spie­le aus 0, die nicht im Ori­gi­nal ver­tre­ten waren, ent­hal­ten. Das sorgt für zusätz­li­chen Inhalt, aller­dings fällt es schwer sich für die immer glei­chen Mini­spie­le nur dafür zu moti­vie­ren, weil vie­le Neben­ge­schich­ten dar­an gebun­den sind.

Die Por­tie­rung ent­spricht im Gro­ßen und Gan­zen jener von Yaku­za 0 im letz­ten Jahr. Ein kürz­lich für 0 erschie­ne­ner Patch gibt uns einen Vor­ge­schmack dafür, was wir für die­se Umset­zung erwar­ten kön­nen. Dar­in wur­den ledig­lich ein paar klei­ne­re Optio­nen hin­zu­ge­fügt und Bugs aus­ge­merzt. Yaku­za Kiwa­mi pro­fi­tiert von den Updates, die 0 mit sich brach­te. Die zuvor genann­ten Auf­lö­sungs­op­tio­nen und die Per­for­mance der Umset­zung gefal­len uns. Bei der Aus­wahl an Gra­fik­op­tio­nen hat man sich auf das Nöti­ge beschränkt, es ist aller­dings selbst mit PC-Kon­fi­gu­ra­tio­nen außer­halb der emp­foh­le­nen Sys­tem­an­for­de­run­gen nicht son­der­lich schwer, das Spiel mit einer Bild­wie­der­ho­lungs­ra­te von 60 Bil­dern pro Sekun­de zum Lau­fen zu bekom­men.

Einen Kri­tik­punkt, den wir an der PC-Ver­si­on von Yaku­za Kiwa­mi anbrin­gen ist, dass die aus 0 bekann­ten Pro­ble­me hier wie­der auf­tre­ten. Sen­ken wir im Spiel die Laut­stär­ke, wird der Ton nicht lei­ser son­dern gedämpft. Wech­seln wir öfter von dem Spiel auf den Desk­top und zurück, so springt das Spiel ab und an bei Wie­der­ein­stie­gen aus dem rand­lo­sen in den regu­lä­ren Fens­ter­mo­dus. Das sind Klei­nig­kei­ten, wir hof­fen trotz­dem in bei­den Spie­len auf Nach­bes­se­rung inner­halb der kom­men­den Mona­te.

Fazit

SEGA lie­fert ein wei­te­res Mal eine soli­de PC-Umset­zung ab und stellt unter Beweis, dass sie Yaku­za auf dem PC zum Erfolg füh­ren wol­len. Sobald die letz­ten paar Pro­ble­me aus­ge­bü­gelt wur­den, wird die­se Ver­si­on von Yaku­za Kiwa­mi die Mess­lat­te für zukünf­ti­ge PC-Umset­zun­gen höher legen.

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