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Test

Im Test: New Star Manager

In New Star Manager führt ihr euren Fußballverein von Liga 3 an die Weltspitze. Im Test überprüfen wir, ob das Talent in spielerischen Erfolg umgesetzt wurde.

Vorweg eine kleine Geschichtsstunde: Seit 2003 entwickelt der Brite Simon Read seine eigene Fußballsimulation New Star Soccer unter dem Pseudonym New Star Games (NSS) kontinuierlich weiter. Der aktuelle Teil ist Nummero 5. Zu Beginn konnte man lediglich Entscheidungen innerhalb von Text-Tickern treffen. Mittlerweile darf man auch selbst ein das Geschehen eingreifen und dafür entweder den Touch-Bildschirm auf Mobilgeräten oder den Controller bzw. die Tastatur am PC verwenden. Die Reihe wurde von Klassikern wie Championship Manager und Footballer of the Year inspiriert und erinnert optisch an eine Mischung aus International Superstar Soccer (ISS) und den klassischen Tickern, die man vor der Einführung von massenweisen Live-Übertragungen noch verfolgt hatte.

Mit New Star Manager versucht sich NSS erstmals an einer waschechten Managersimulation. Es handelt sich um eine kontinuierliche Weiterentwicklung des New Star Soccer-Gameplays für PC, Mobilgeräte und erstmals mit der Nintendo Switch auch für eine Konsole. Euer Ziel ist es von Liga 3 in Liga 1 aufzusteigen und die europäische Königsdisziplin, das Äquivalent zur Champions League, zu gewinnen. Erwartungsgemäß verfügt New Star Manager nicht über das Lizenzportfolio der Konkurrenz alá FIFA oder PES. Stattdessen verwendet man, wie bei New Star Soccer, unlizenzierte Abkürzungen der Teams, die sich schnell entschlüsseln lassen, färbt Trikots entsprechend ein und benennt Turniere in Anlehnung an die realen Namen. Die Spielernamen sind zufällig, die Vereinsnamen teils allerdings auch. In New Star Manager startet ihr in einem von 24 europäischen, acht amerikanischen und fünf asiatischen Ländern oder in Australien bzw. Neuseeland. Im Großteil der Länder gibt es gleich mehrere Ligen, zwischen denen ihr auf- und absteigen könnt, sowie Pokalturniere auf nationaler und internationaler Ebene. Wir starten in Liga 3 in Deutschland und legen Logo, Trikots und Namen fest. Für das Logo stehen gleich mehrere Ebenen, ein großes Farbspektrum und diverse Symbole, die wir nach Belieben anordnen können, zur Verfügung. Das alles lässt sich auch unter der Saison stets ändern. Hier werden der Fantasie des Fußballfans kaum Grenzen gesetzt.

Der Management-Teil von New Star Manager ist sehr ausgeprägt. Wir verwalten unseren Kader, halten unsere Einrichtungen in Stand und werten diese auf, erfüllen Teamziele, führen Interviews mit der Presse und kämpfen in der heißen Transferphase mit anderen Klubs um die besten Jungtalente, sofern unsere Jugendabteilung dies nicht ersetzt. Im Spiel gibt es u. a. die Einrichtungen Stadion, Trainingsgelände, Fitnessstudio, Jugendbereich, Medizinische Abteilung und Scoutbüro. Jede Abteilung will mit entsprechenden Mitarbeitern wie Psychotherapeut, Trainer und Verwaltungskräften ausgestattet werden. Der Gesamtwert und die einzelnen Talente der Mitarbeiter können im Verlauf des Spiels verbessert werden. Dazu später mehr.

Das Hauptaugenmerk richtet New Star Manager auf die Trainerarbeit. Spieler unterscheiden sich in ihren Positionen (TW für Torwart, VTD für Verteidiger, MF für Mittelfeldspieler, ST für Stürmer), Alter, Werten (Dribbling, Pässe, Schüsse etc.) und besonderen Eigenschaften (z. B. Spielmacher oder besonders verletzungsanfällig). Um die Spieler bei Laune zu halten, müssen wir ihre Wünsche berücksichtigen. Jeder Spieler verfügt über die Bedürfnisse Management, Entwicklung und Teamform. Lassen wir einen Spieler etwa zu lange auf einer ungewohnten Position spielen oder versteigern wir innerhalb der heißen Transferphase, für die wir bestenfalls im Vorfeld bereits einige Talente gescoutet haben, seinen besten Freund im Kader, sinkt sein Vertrauen in das Management. Gleiches gilt dafür, wenn wir seine Entwicklung nicht vorantreiben. Auch hierzu kommen wir später. In unserem Durchlauf haben wir die erste Saison in der Dritten Liga dominiert, sind in der Zweiten Liga aufgrund des enorm hohen spielerischen Niveaus allerdings kläglich gescheitert. Das führt dazu, dass ein Spieler trotz keiner Probleme in den Bereichen Management und Entwicklung die Teamform bemängelt. Alle drei Werte beeinflussen wiederum sein Vertrauen in das Team. Sinkt das unter circa 50 Prozent, steht der Spieler in der Regel für Vertragsverlängerungen nicht mehr zur Verfügung und seine Leistung nimmt stark ab. Erst wenn wir sein Vertrauen wiederherstellen, können wir weiter erfolgreich mit ihm Fußballspielen. In New Star Soccer musste man noch die persönlichen Bedürfnisse der Spieler mit Luxusgegenständen und Besuchen des Lebenspartners befriedigen. Dieses Element haben wir in New Star Manager nicht wiederfinden können. Aufgrund der Komplexität des o.g. Systems fehlen diese Elemente allerdings auch nicht.

Öffentlichkeitsarbeit spielt ebenfalls eine große Rolle im Spiel. New Star Manager streut zufällig zwischen den Spielen Interviews ein, die nicht umgangen werden können. Innerhalb von zehn Sekunden muss man hier etwa den richtigen Namen des Jugendtrainers oder die Anzahl der aktuell verletzungsbedingt ausfallenden Spieler benennen. Antworten wir falsch, sinkt unsere Popularität bei Fans, Management, Spieler und Presse in geringem Maße. Dieses Quiz-Element lockert das Gameplay auf, allerdings wiederholen sich die Fragen zu häufig.

Ein erfolgreiches Fußballteam verschlingt viel Geld und so müssen wir für die notwendige Finanzierung sorgen. Wir können eine Finanzspritze aus der oberen Etage anfordern, müssen dann allerdings mit einer geringeren Gewinnausschüttung nach Spielen Vorlieb nehmen. Weitsichtiger ist es, gute Trikotsponsoren zu finden. Die verschiedenen Bereiche des Trikots können mit unterschiedlichen Namen bedruckt werden. Manche Sponsoren sind bei Fans unbeliebter, zahlen aber mehr Geld als Vorschuss, pro erzieltes Tor oder für eigene Siege aus. Hier gilt es die Vor- und Nachteile abzuwägen. Im Laufe des Spiels kann man auch einen Fanshop eröffnen und das Stadion mit neuen Tribünen ausbauen und jeweils die Preise dafür festlegen. Ihr könnt stets das Verhältnis von Fanpopularität und höherem Gewinn der aktuellen Lage eures Vereins anpassen.

Die Chefetage sitzt einem stets im Rücken und steckt vier Teamziele, die für fünf Spiele gelten. Meist sollt ihr eine Partie mit zwei Toren Unterschied gewinnen oder einen bestimmten Rivalen schlagen. Prekär: In Liga 3 setzt uns das Management das Ziel, Arminia Bielefeld und die Spielvereinigung Unterhaching zu schlagen. Unterhaching konkurriert in der Tabelle nicht unmittelbar mit uns, ist aber trotzdem ein übermäßig starker Gegner. Selbst beim fünften Anlauf können wir trotz ärgsten Bemühungen lediglich ein Unentschieden herausholen, obwohl wir gegen die Topteams der Liga mit mehreren Toren Abstand gewinnen. In diesen Duellen steigt der Schwierigkeitsgrad also unverhältnismäßig an, was zu Frustration führt.

Aber jetzt Schluss mit dem Geplänkel, denn die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz. Zunächst wählen wir Aufstellung und Formation. Der Assistent hat stets eine Empfehlung für uns. So sortiert das Spiel auf Knopfdruck automatisch den Kader nach Fitness und Klasse und stellt euch in der Regel den besten Kader zusammen. Lediglich Rivalitäten innerhalb der Mannschaft und extreme Stimmungsabfälle müssen von euch persönlich beachtet werden. Die Spiele präsentiert New Star Manager in Form von deutschen Text-Tickern – in der Steam-Version wird die Sprachauswahl im Startmenü hinter dem Zahnradsymbol versteckt. Einen gesprochen Kommentar gibt es nicht, was Atmosphäre einbüßt. Währenddessen dürfen wir die Spielgeschwindigkeit, -leistung und Teamausrichtung anpassen. Die Spielleistung wird durch Balken dargestellt. Je höher die Leistung, desto bessere Situationen spielt die eigene Mannschaft heraus, verbraucht allerdings mehr Energie und ist anfälliger für gegnerische Konter. Selbst mit den besten Spielern empfiehlt es sich nicht ständig auf Höchstleistung zu spielen. In der Teamausrichtung unterscheidet das Spiel zwischen Verteidigung, Neutral, Konter, Angriff und Direkt. Wählen wir gegen einen uns belagernden Gegner als Ausrichtung Verteidigung, erhalten wir den Ball meist in der Defensive und die Stürmer müssen erst noch in Position laufen. Haben wir allerdings Direkt ausgewählt, landen wir meist direkt in einem Angriff im gegnerischen Sechzehner und müssen entweder die entscheidende Vorlage liefern oder den Ball in die Ecke platzieren.

Hier sind wir auch direkt bei den interaktiven Spielsituationen. Komplette Matches können wir nicht durchgängig spielen. Während der Partien schaltet New Star Manager immer wieder in die Spielengine, in der das Spiel bestimmte Situationen visualisiert. Diese reichen von freien Spielsituationen wie Kontern und Angriffen bis hin zu Standards wie Ecken, Frei- und Eckstöße. Verlieren wir den Ball, haben wir wenige Sekunden Zeit den Ball wieder zu erobern. Spezielle Verteidigungsszenen gibt es allerdings nicht. Während man auf Mobilgeräten mit dem Finger die Laufrouten festlegt und den Spieler wie einen Tippkicker steuert, funktioniert das am PC mit Controller oder Maus und auf der Switch mit Touchscreen oder Controllersteuerung mit den Joy-Cons. Wir haben New Star Manager hauptsächlich auf der Switch im Handheldmodus, allerdings auch am PC gespielt. Mit der Maus vollführt man erwartungsgemäß die präzisesten Spielzüge, doch auch mit dem Controller steuert sich das Spiel angenehm, vor allem im Dribbling. Die Touch-Steuerung funktionier folgendermaßen: Zieht man den Finger vom Spieler aus zurück, fängt dieser an in die entgegengesetzte Richtung zu dribbeln und kann mit weiterem Zurückziehen den Ball kicken. Je weiter wir zurückziehen, desto stärker fällt der Kick aus. Daraufhin pausiert das Spiel und lässt uns an der gewünschten Stelle des Balls in Vollbild den Fuß platzieren, ähnlich wie bei einem Billardspiel. Mitspielern können wir jederzeit ihre Laufroute aufzeichnen. Dieses Stop-and-Go-Gameplay erfordert buchstäblich einiges an Fingerspitzengefühl, funktioniert nach etwas Eingewöhnung aber ausgesprochen gut, auch wenn es teils undynamisch ist und man den Ball zwar nach der Situation mitsamt dem Keeper ins Tour gestoßen hat, die Aktion aber als Parade abgestempelt wird. Das Spiel pausiert, sobald einer eure Mannschaft im Ballbesitz ist. Spieler traditioneller Fußballspiele müssen sich umgewöhnen, da es keine separaten Tasten für Pass, Flanke und Schuss gibt.

Die große Stärke von New Star Soccer ist die Vermittlung der Intensität des Rasensports. Es schreibt ähnliche Geschichten, wie der reale Sport. Steht man etwa im Viertelfinale des Europapokals und benötigt im Rückspiel noch ein Tor, um weiterzukommen, bekommt man schnell schwitzige Hände und arbeitet rigoros auf die eine Chance hin und setzt alles daran, diese zu verwandeln. Die packende Atmosphäre von New Star Soccer entsteht auch dadurch, dass nach den Partien Tweets und Schlagzeilen auf euch einprasseln und euer Team entweder in den Himmel loben oder in den Boden stampfen. Positiv sind auch die Tutorials und Hilfeseiten, die bei Fragen in allen Bereichen weiterhelfen.

Einen Kritikpunkt müssen wir an den Auswirkungen der eigenen Teamausrichtung anbringen. Es ist zuweilen sehr schwierig herauszufinden, welche Ausrichtung im Moment am besten passt. Jetzt mögen Sporttrainer weltweit entgegnen, dass das die Geschichte ihres Lebens ist, in einem Videopiel mit taktischer Tiefe wäre es allerdings wichtig, hier etwas Nachvollziehbarkeit zu schaffen. Glücklicherweise sagt uns unser Assistent, wenn wir komplett falsch liegen und empfiehlt uns die passende Ausrichtung. Außerdem erinnert er uns stets pünktlich wie ein Maurer in der 56. Spielminute daran, die Spieler zu wechseln.

Bis zu sieben Wiederholungen kann man speichern. So könnt ihr eure beste Tore für die Nachwelt festhalten. New Star Manager unterstützt allerdings auch die Funktion der Nintendo Switch, die letzten 30 Sekunden als Video festzuhalten. Damit ist man besser beraten, da die Anzahl der Wiederholungen dann nicht limitiert ist, allerdings kann man dort die Kamera anders als in der Wiederholungsfunktion nicht frei zoomen und drehen. Letzteres ist auch innerhalb der Spielsituationen wichtig und sorgt für die nötige Übersicht, denn ein Radar gibt es nicht.

Wie in so vielen aktuellen Games spielen virtuelle Karten einen große Rolle in New Star Manager. Mit Karten werten wir Spieler und Mitarbeiter auf. Karten schaltet man durch Siege und das Erfüllen von Zielen des Managements frei oder generiert diese durch die Mitarbeiter. Qual der Wahl: An jedem abgelaufenen Tag dürfen wir lediglich Karten für einen Bereich (z. B. Fertigkeiten, Fitness, Jugend und Energydrinks) freischalten. Der Fertigkeitentrainer generiert in regelmäßigen Abständen Fertigkeitenkarten. Die Karten verfügen über einen Seltenheitswert (Blanko, Bronze, Silber, Gold) und eine Quantität. Verbessern wir unseren Fertigkeitentrainer stetig mit Fertigkeitenkarten und rüsten wir mit Geld den Bolzplatz auf, steigt sein Gesamtwert und er produziert bessere Karten in kürzerer Abfolge. Fertigkeiten reichen von Dribbling über Stärke bis zur Reaktion. Je nach Position können die Karten eingesetzt werden. Mit Talentkarten machen wir einen Spieler etwa zum Spielmacher oder steigern dauerhaft seine Loyalität, wodurch wir weniger Finanzmittel bei der Vertragsverlängerung berappen müssen. Es gibt auch negative Talente wie eine hohe Verletzungsanfälligkeit. Wir haben keine Möglichkeit gefunden, diese Eigenschaft zu entfernen, und so macht es auf langfristige Sicht Sinn, sich von solchen Spielern zu trennen, da regelmäßig für viele Wochen ausfallen. Darüber hinaus gibt es übergreifende Karten wie Meeting, die wir sowohl beim Personal als auch im Kader einsetzen können. Sorgt sich ein Spieler so stark um seine Entwicklung, dass wir selbst fünf Spieltage vor Vertragsende nicht seinen Vertrag verlängern können, setzten wir einfach diese Karte ein und senken den Wert seiner Entwicklungsbedenken. Spannend: Vertragsverlängerungen laufen in Form eines Kartenspiels ab. Wir müssen stets die folgende Trikotnummer voraussagen, um den Preis zu senken. Das birgt das Risiko, dass man am Ende mehr zahlen muss. Zocker probieren ein Mal pro Tag ihr Glück, verscherzen es sich aber womöglich mit dem Spieler. Es ist allerdings sehr leicht Spieler mit passenden Karten wieder für sich zu gewinnen und den Spieler das zugefügte Unheil spurlos vergessen zu lassen. Im Übrigen gibt es auch eine Karte, mit der wir für etwa 20 Spieltage den Vertrag eines Mitarbeiters oder Spielers kostenlos verlängern. Diese erhalten wir aber nur sehr selten.

Angesichts der Tatsache, dass sich all eure Mitarbeiter und Spieler ab einem gewissen Punkt sehr um ihre Entwicklung sorgen und man selbst mit Krediten und Fokus darauf nicht genügend Fertigkeitenkarten schnell genug für alle produzieren kann, hat man sehr schnell eine miese Stimmung im Team und wir haben kein anderes Mittel dagegen gefunden, als den Squad zu verkleinern. Das führt allerdings auch zur Kritik im eigenen Team, da sich Spieler anfreunden aber auch anfeinden können. Stellen wir zwei Spieler, die sich nicht mögen auf, machen diese Konzentrationsfehler. Karten spielen auch in der Halbzeitpause eine Rolle, denn dort können wir Energydrinks an verausgabte Spieler verteilen oder eine Mannschaftsansprache machen. Die Mannschaftsansprache stellt stets die gleichen Phrasen dar, doch nur wenige davon werden zufallsgeneriert verwendet. Unsere Aufgabe ist es, die grün markierten Aussagen innerhalb von Sekunden zu merken und daraufhin auszuwählen. Je nach Anzahl der richtigen Antworten bekommen die Spieler einen höheren Energiezuwachs. Wählt man eine falsche Antwort aus, gibt es keinen Boost aber auch keinen Abzug. Diese mit der notwendigen Konzentration nützliche Karte bekommen wir unverhältnismäßig oft.

Zwischen den Spieltagen sorgt New Star Manager für Abwechslung. Oftmals müssen wir uns für eine von zwei Situationen entscheiden. Wollen wir mit dem Team in die Berge fahren oder einen Tag der offenen Tür für die Fans organisieren? Je nach Entscheidung steigt bzw. sinkt eure Popularität in den entsprechenden Lagern. Das Spiel bietet auch ein dauerhaftes Erfahrungspunktesystem. Zu Beginn schaltet man Dutzende an Spieltrophäen frei, die euch Erfahrungspunkte bescheren. Bei einem Levelaufstieg gibt es einige neue Karten. Während ihr zu Beginn mit Karten zugeschüttet werdet, ist es im weiteren Spielverlauf weitaus seltener, dass ihr Erfolge freischaltet und auf diesem Weg an neue Karten kommt.

Das Verhältnis zwischen den unterschiedlichen Spielelementen ist ausgeglichen. Obwohl sich viele Tätigkeiten wiederholen, hat man aufgrund der stetig erweiterten Möglichkeiten und der steigenden Herausforderung nie Langeweile oder Eintönigkeit. Der beim ersten Aufstieg hohe Anstieg des Schwierigkeitsgrads, da man mit Bronze-Spielern gegen diverse hochklassige Silber-Spieler antritt, wird viele Einsteiger aus dem Konzept werfen. Das ist zwar realitätsnah, da ein Aufsteiger selten in der kommenden Saison die nächste Liga gewinnt, sorgt aber für steigende Frustration, besonders in Kombination mit dem unausgewogenen Verhältnis aus Spielerbedürfnissen und Möglichkeiten, diese angemessen zu befriedigen. Hier besteht noch Nachbesserungsbedarf beim Entwickler, der uns verraten hat daran zu arbeiten.

Technisch ist das Spiel gleichermaßen beeindruckend wie unscheinbar, egal auf welcher Plattform. Einerseits ist es beachtlich, wie komplex die Fußballsimulation ist, andererseits reißt besonders die Darstellung der Spielszenen Fans der eingangs erwähnten Fußballspiele nicht vom Hocker und geht eher den Weg der minimalistischen Grafik, etwa wie das an den Klassiker Sensible Soccer angelehnte Sociable Soccer. Spieler sind nur kleine Pixelmännchen, wir beobachten die Situation aus der drehbaren Vogelperspektive, dürfen auch nicht sehr weit heranzoomen. Karge Jubelanimationen und Konfettiregen erinnern an vergangene Zeiten mit den Simulationen aus den Hausen EA und Swing. Dank Fangesängen und authentischen dynamischen Geräuschen kommt bisweilen zünftige Stadionatmosphäre auf. Diese wird auf der Switch im Handheldmodus ab und an durch die in wichtigen Situationen einbrechende Bildwiederholungsrate getrübt. Da das Gameplay allerdings in Stop-Motion verläuft und man ohnehin eine Situation pro Spiel wiederholen darf (die Codemasters-Rennspiele lassen grüßen), ist das verschmerzbar.

Fazit

Fans von Sportsimulationen werden mit New Star Manager aufgrund der Umsetzung der Intensität von Fußball viel Freude haben. Die Lernkurve ist allerdings auch für Einsteiger flach genug, um schnell Erfolge zu feiern und die Menüs sind übersichtlich genug gestaltet, um nicht wie in früheren Zeiten in einem Dschungel an wirren Textmenüs unterzugehen. New Star Manager ist aufgeräumt, herausfordernd und belohnend, krankt aber noch an Balanceproblemen. Da wir Football Manager Touch nicht gespielt haben, können wir keine Aussage darüber treffen, ob New Star Manager der beste Fußballmanager auf der Nintendo Switch ist. Allen, die sich für diesen Sport begeistern und keine hohen Ansprüche an Grafik und Lizenzen hegen, können wir New Star Manager empfehlen.

Die Screenshots haben wir anhand der Nintendo Switch-Version gefertigt. Der Teamname wurde aus Datenschutzgründen entfernt.

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