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Test

Im Test: New Star Manager

In New Star Mana­ger führt ihr euren Fuß­ball­ver­ein von Liga 3 an die Welt­spit­ze. Im Test über­prü­fen wir, ob das Talent in spie­le­ri­schen Erfolg umge­setzt wur­de.

Vor­weg eine klei­ne Geschichts­stun­de: Seit 2003 ent­wi­ckelt der Bri­te Simon Read sei­ne eige­ne Fuß­ball­si­mu­la­ti­on New Star Soc­cer unter dem Pseud­onym New Star Games (NSS) kon­ti­nu­ier­lich wei­ter. Der aktu­el­le Teil ist Num­me­ro 5. Zu Beginn konn­te man ledig­lich Ent­schei­dun­gen inner­halb von Text-Tickern tref­fen. Mitt­ler­wei­le darf man auch selbst ein das Gesche­hen ein­grei­fen und dafür ent­we­der den Touch-Bild­schirm auf Mobil­ge­rä­ten oder den Con­trol­ler bzw. die Tas­ta­tur am PC ver­wen­den. Die Rei­he wur­de von Klas­si­kern wie Cham­pi­ons­hip Mana­ger und Foot­bal­ler of the Year inspi­riert und erin­nert optisch an eine Mischung aus Inter­na­tio­nal Super­star Soc­cer (ISS) und den klas­si­schen Tickern, die man vor der Ein­füh­rung von mas­sen­wei­sen Live-Über­tra­gun­gen noch ver­folgt hat­te.

Mit New Star Mana­ger ver­sucht sich NSS erst­mals an einer wasch­ech­ten Mana­ger­si­mu­la­ti­on. Es han­delt sich um eine kon­ti­nu­ier­li­che Wei­ter­ent­wick­lung des New Star Soc­cer-Game­plays für PC, Mobil­ge­rä­te und erst­mals mit der Nin­ten­do Switch auch für eine Kon­so­le. Euer Ziel ist es von Liga 3 in Liga 1 auf­zu­stei­gen und die euro­päi­sche Königs­dis­zi­plin, das Äqui­va­lent zur Cham­pi­ons League, zu gewin­nen. Erwar­tungs­ge­mäß ver­fügt New Star Mana­ger nicht über das Lizenz­port­fo­lio der Kon­kur­renz alá FIFA oder PES. Statt­des­sen ver­wen­det man, wie bei New Star Soc­cer, unli­zen­zier­te Abkür­zun­gen der Teams, die sich schnell ent­schlüs­seln las­sen, färbt Tri­kots ent­spre­chend ein und benennt Tur­nie­re in Anleh­nung an die rea­len Namen. Die Spie­ler­na­men sind zufäl­lig, die Ver­eins­na­men teils aller­dings auch. In New Star Mana­ger star­tet ihr in einem von 24 euro­päi­schen, acht ame­ri­ka­ni­schen und fünf asia­ti­schen Län­dern oder in Aus­tra­li­en bzw. Neu­see­land. Im Groß­teil der Län­der gibt es gleich meh­re­re Ligen, zwi­schen denen ihr auf- und abstei­gen könnt, sowie Pokal­tur­nie­re auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne. Wir star­ten in Liga 3 in Deutsch­land und legen Logo, Tri­kots und Namen fest. Für das Logo ste­hen gleich meh­re­re Ebe­nen, ein gro­ßes Farb­spek­trum und diver­se Sym­bo­le, die wir nach Belie­ben anord­nen kön­nen, zur Ver­fü­gung. Das alles lässt sich auch unter der Sai­son stets ändern. Hier wer­den der Fan­ta­sie des Fuß­ball­fans kaum Gren­zen gesetzt.

Der Manage­ment-Teil von New Star Mana­ger ist sehr aus­ge­prägt. Wir ver­wal­ten unse­ren Kader, hal­ten unse­re Ein­rich­tun­gen in Stand und wer­ten die­se auf, erfül­len Team­zie­le, füh­ren Inter­views mit der Pres­se und kämp­fen in der hei­ßen Trans­fer­pha­se mit ande­ren Klubs um die bes­ten Jung­ta­len­te, sofern unse­re Jugend­ab­tei­lung dies nicht ersetzt. Im Spiel gibt es u. a. die Ein­rich­tun­gen Sta­di­on, Trai­nings­ge­län­de, Fit­ness­stu­dio, Jugend­be­reich, Medi­zi­ni­sche Abtei­lung und Scout­bü­ro. Jede Abtei­lung will mit ent­spre­chen­den Mit­ar­bei­tern wie Psy­cho­the­ra­peut, Trai­ner und Ver­wal­tungs­kräf­ten aus­ge­stat­tet wer­den. Der Gesamt­wert und die ein­zel­nen Talen­te der Mit­ar­bei­ter kön­nen im Ver­lauf des Spiels ver­bes­sert wer­den. Dazu spä­ter mehr.

Das Haupt­au­gen­merk rich­tet New Star Mana­ger auf die Trai­ner­ar­beit. Spie­ler unter­schei­den sich in ihren Posi­tio­nen (TW für Tor­wart, VTD für Ver­tei­di­ger, MF für Mit­tel­feld­spie­ler, ST für Stür­mer), Alter, Wer­ten (Dribb­ling, Päs­se, Schüs­se etc.) und beson­de­ren Eigen­schaf­ten (z. B. Spiel­ma­cher oder beson­ders ver­let­zungs­an­fäl­lig). Um die Spie­ler bei Lau­ne zu hal­ten, müs­sen wir ihre Wün­sche berück­sich­ti­gen. Jeder Spie­ler ver­fügt über die Bedürf­nis­se Manage­ment, Ent­wick­lung und Team­form. Las­sen wir einen Spie­ler etwa zu lan­ge auf einer unge­wohn­ten Posi­ti­on spie­len oder ver­stei­gern wir inner­halb der hei­ßen Trans­fer­pha­se, für die wir bes­ten­falls im Vor­feld bereits eini­ge Talen­te ges­cou­tet haben, sei­nen bes­ten Freund im Kader, sinkt sein Ver­trau­en in das Manage­ment. Glei­ches gilt dafür, wenn wir sei­ne Ent­wick­lung nicht vor­an­trei­ben. Auch hier­zu kom­men wir spä­ter. In unse­rem Durch­lauf haben wir die ers­te Sai­son in der Drit­ten Liga domi­niert, sind in der Zwei­ten Liga auf­grund des enorm hohen spie­le­ri­schen Niveaus aller­dings kläg­lich geschei­tert. Das führt dazu, dass ein Spie­ler trotz kei­ner Pro­ble­me in den Berei­chen Manage­ment und Ent­wick­lung die Team­form bemän­gelt. Alle drei Wer­te beein­flus­sen wie­der­um sein Ver­trau­en in das Team. Sinkt das unter cir­ca 50 Pro­zent, steht der Spie­ler in der Regel für Ver­trags­ver­län­ge­run­gen nicht mehr zur Ver­fü­gung und sei­ne Leis­tung nimmt stark ab. Erst wenn wir sein Ver­trau­en wie­der­her­stel­len, kön­nen wir wei­ter erfolg­reich mit ihm Fuß­ball­spie­len. In New Star Soc­cer muss­te man noch die per­sön­li­chen Bedürf­nis­se der Spie­ler mit Luxus­ge­gen­stän­den und Besu­chen des Lebens­part­ners befrie­di­gen. Die­ses Ele­ment haben wir in New Star Mana­ger nicht wie­der­fin­den kön­nen. Auf­grund der Kom­ple­xi­tät des o.g. Sys­tems feh­len die­se Ele­men­te aller­dings auch nicht.

Öffent­lich­keits­ar­beit spielt eben­falls eine gro­ße Rol­le im Spiel. New Star Mana­ger streut zufäl­lig zwi­schen den Spie­len Inter­views ein, die nicht umgan­gen wer­den kön­nen. Inner­halb von zehn Sekun­den muss man hier etwa den rich­ti­gen Namen des Jugend­trai­ners oder die Anzahl der aktu­ell ver­let­zungs­be­dingt aus­fal­len­den Spie­ler benen­nen. Ant­wor­ten wir falsch, sinkt unse­re Popu­la­ri­tät bei Fans, Manage­ment, Spie­ler und Pres­se in gerin­gem Maße. Die­ses Quiz-Ele­ment lockert das Game­play auf, aller­dings wie­der­ho­len sich die Fra­gen zu häu­fig.

Ein erfolg­rei­ches Fuß­ball­team ver­schlingt viel Geld und so müs­sen wir für die not­wen­di­ge Finan­zie­rung sor­gen. Wir kön­nen eine Finanz­sprit­ze aus der obe­ren Eta­ge anfor­dern, müs­sen dann aller­dings mit einer gerin­ge­ren Gewinn­aus­schüt­tung nach Spie­len Vor­lieb neh­men. Weit­sich­ti­ger ist es, gute Tri­kot­spon­so­ren zu fin­den. Die ver­schie­de­nen Berei­che des Tri­kots kön­nen mit unter­schied­li­chen Namen bedruckt wer­den. Man­che Spon­so­ren sind bei Fans unbe­lieb­ter, zah­len aber mehr Geld als Vor­schuss, pro erziel­tes Tor oder für eige­ne Sie­ge aus. Hier gilt es die Vor- und Nach­tei­le abzu­wä­gen. Im Lau­fe des Spiels kann man auch einen Fan­shop eröff­nen und das Sta­di­on mit neu­en Tri­bü­nen aus­bau­en und jeweils die Prei­se dafür fest­le­gen. Ihr könnt stets das Ver­hält­nis von Fan­po­pu­la­ri­tät und höhe­rem Gewinn der aktu­el­len Lage eures Ver­eins anpas­sen.

Die Chef­eta­ge sitzt einem stets im Rücken und steckt vier Team­zie­le, die für fünf Spie­le gel­ten. Meist sollt ihr eine Par­tie mit zwei Toren Unter­schied gewin­nen oder einen bestimm­ten Riva­len schla­gen. Pre­kär: In Liga 3 setzt uns das Manage­ment das Ziel, Armi­nia Bie­le­feld und die Spiel­ver­ei­ni­gung Unter­ha­ching zu schla­gen. Unter­ha­ching kon­kur­riert in der Tabel­le nicht unmit­tel­bar mit uns, ist aber trotz­dem ein über­mä­ßig star­ker Geg­ner. Selbst beim fünf­ten Anlauf kön­nen wir trotz ärgs­ten Bemü­hun­gen ledig­lich ein Unent­schie­den her­aus­ho­len, obwohl wir gegen die Top­teams der Liga mit meh­re­ren Toren Abstand gewin­nen. In die­sen Duel­len steigt der Schwie­rig­keits­grad also unver­hält­nis­mä­ßig an, was zu Frus­tra­ti­on führt.

Aber jetzt Schluss mit dem Geplän­kel, denn die Wahr­heit liegt bekannt­lich auf dem Platz. Zunächst wäh­len wir Auf­stel­lung und For­ma­ti­on. Der Assis­tent hat stets eine Emp­feh­lung für uns. So sor­tiert das Spiel auf Knopf­druck auto­ma­tisch den Kader nach Fit­ness und Klas­se und stellt euch in der Regel den bes­ten Kader zusam­men. Ledig­lich Riva­li­tä­ten inner­halb der Mann­schaft und extre­me Stim­mungs­ab­fäl­le müs­sen von euch per­sön­lich beach­tet wer­den. Die Spie­le prä­sen­tiert New Star Mana­ger in Form von deut­schen Text-Tickern – in der Steam-Ver­si­on wird die Sprach­aus­wahl im Start­me­nü hin­ter dem Zahn­rad­sym­bol ver­steckt. Einen gespro­chen Kom­men­tar gibt es nicht, was Atmo­sphä­re ein­büßt. Wäh­rend­des­sen dür­fen wir die Spiel­ge­schwin­dig­keit, -leis­tung und Team­aus­rich­tung anpas­sen. Die Spiel­leis­tung wird durch Bal­ken dar­ge­stellt. Je höher die Leis­tung, des­to bes­se­re Situa­tio­nen spielt die eige­ne Mann­schaft her­aus, ver­braucht aller­dings mehr Ener­gie und ist anfäl­li­ger für geg­ne­ri­sche Kon­ter. Selbst mit den bes­ten Spie­lern emp­fiehlt es sich nicht stän­dig auf Höchst­leis­tung zu spie­len. In der Team­aus­rich­tung unter­schei­det das Spiel zwi­schen Ver­tei­di­gung, Neu­tral, Kon­ter, Angriff und Direkt. Wäh­len wir gegen einen uns bela­gern­den Geg­ner als Aus­rich­tung Ver­tei­di­gung, erhal­ten wir den Ball meist in der Defen­si­ve und die Stür­mer müs­sen erst noch in Posi­ti­on lau­fen. Haben wir aller­dings Direkt aus­ge­wählt, lan­den wir meist direkt in einem Angriff im geg­ne­ri­schen Sech­zeh­ner und müs­sen ent­we­der die ent­schei­den­de Vor­la­ge lie­fern oder den Ball in die Ecke plat­zie­ren.

Hier sind wir auch direkt bei den inter­ak­ti­ven Spiel­si­tua­tio­nen. Kom­plet­te Matches kön­nen wir nicht durch­gän­gig spie­len. Wäh­rend der Par­ti­en schal­tet New Star Mana­ger immer wie­der in die Spielen­gi­ne, in der das Spiel bestimm­te Situa­tio­nen visua­li­siert. Die­se rei­chen von frei­en Spiel­si­tua­tio­nen wie Kon­tern und Angrif­fen bis hin zu Stan­dards wie Ecken, Frei- und Eck­stö­ße. Ver­lie­ren wir den Ball, haben wir weni­ge Sekun­den Zeit den Ball wie­der zu erobern. Spe­zi­el­le Ver­tei­di­gungs­sze­nen gibt es aller­dings nicht. Wäh­rend man auf Mobil­ge­rä­ten mit dem Fin­ger die Lauf­rou­ten fest­legt und den Spie­ler wie einen Tipp­ki­cker steu­ert, funk­tio­niert das am PC mit Con­trol­ler oder Maus und auf der Switch mit Touch­screen oder Con­trol­ler­steue­rung mit den Joy-Cons. Wir haben New Star Mana­ger haupt­säch­lich auf der Switch im Hand­held­mo­dus, aller­dings auch am PC gespielt. Mit der Maus voll­führt man erwar­tungs­ge­mäß die prä­zi­ses­ten Spiel­zü­ge, doch auch mit dem Con­trol­ler steu­ert sich das Spiel ange­nehm, vor allem im Dribb­ling. Die Touch-Steue­rung funk­tio­nier fol­gen­der­ma­ßen: Zieht man den Fin­ger vom Spie­ler aus zurück, fängt die­ser an in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung zu drib­beln und kann mit wei­te­rem Zurück­zie­hen den Ball kicken. Je wei­ter wir zurück­zie­hen, des­to stär­ker fällt der Kick aus. Dar­auf­hin pau­siert das Spiel und lässt uns an der gewünsch­ten Stel­le des Balls in Voll­bild den Fuß plat­zie­ren, ähn­lich wie bei einem Bil­lard­spiel. Mit­spie­lern kön­nen wir jeder­zeit ihre Lauf­rou­te auf­zeich­nen. Die­ses Stop-and-Go-Game­play erfor­dert buch­stäb­lich eini­ges an Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, funk­tio­niert nach etwas Ein­ge­wöh­nung aber aus­ge­spro­chen gut, auch wenn es teils undy­na­misch ist und man den Ball zwar nach der Situa­ti­on mit­samt dem Kee­per ins Tour gesto­ßen hat, die Akti­on aber als Para­de abge­stem­pelt wird. Das Spiel pau­siert, sobald einer eure Mann­schaft im Ball­be­sitz ist. Spie­ler tra­di­tio­nel­ler Fuß­ball­spie­le müs­sen sich umge­wöh­nen, da es kei­ne sepa­ra­ten Tas­ten für Pass, Flan­ke und Schuss gibt.

Die gro­ße Stär­ke von New Star Soc­cer ist die Ver­mitt­lung der Inten­si­tät des Rasen­sports. Es schreibt ähn­li­che Geschich­ten, wie der rea­le Sport. Steht man etwa im Vier­tel­fi­na­le des Euro­pa­po­kals und benö­tigt im Rück­spiel noch ein Tor, um wei­ter­zu­kom­men, bekommt man schnell schwit­zi­ge Hän­de und arbei­tet rigo­ros auf die eine Chan­ce hin und setzt alles dar­an, die­se zu ver­wan­deln. Die packen­de Atmo­sphä­re von New Star Soc­cer ent­steht auch dadurch, dass nach den Par­ti­en Tweets und Schlag­zei­len auf euch ein­pras­seln und euer Team ent­we­der in den Him­mel loben oder in den Boden stamp­fen. Posi­tiv sind auch die Tuto­ri­als und Hil­fe­sei­ten, die bei Fra­gen in allen Berei­chen wei­ter­hel­fen.

Einen Kri­tik­punkt müs­sen wir an den Aus­wir­kun­gen der eige­nen Team­aus­rich­tung anbrin­gen. Es ist zuwei­len sehr schwie­rig her­aus­zu­fin­den, wel­che Aus­rich­tung im Moment am bes­ten passt. Jetzt mögen Sport­trai­ner welt­weit ent­geg­nen, dass das die Geschich­te ihres Lebens ist, in einem Video­piel mit tak­ti­scher Tie­fe wäre es aller­dings wich­tig, hier etwas Nach­voll­zieh­bar­keit zu schaf­fen. Glück­li­cher­wei­se sagt uns unser Assis­tent, wenn wir kom­plett falsch lie­gen und emp­fiehlt uns die pas­sen­de Aus­rich­tung. Außer­dem erin­nert er uns stets pünkt­lich wie ein Mau­rer in der 56. Spiel­mi­nu­te dar­an, die Spie­ler zu wech­seln.

Bis zu sie­ben Wie­der­ho­lun­gen kann man spei­chern. So könnt ihr eure bes­te Tore für die Nach­welt fest­hal­ten. New Star Mana­ger unter­stützt aller­dings auch die Funk­ti­on der Nin­ten­do Switch, die letz­ten 30 Sekun­den als Video fest­zu­hal­ten. Damit ist man bes­ser bera­ten, da die Anzahl der Wie­der­ho­lun­gen dann nicht limi­tiert ist, aller­dings kann man dort die Kame­ra anders als in der Wie­der­ho­lungs­funk­ti­on nicht frei zoo­men und dre­hen. Letz­te­res ist auch inner­halb der Spiel­si­tua­tio­nen wich­tig und sorgt für die nöti­ge Über­sicht, denn ein Radar gibt es nicht.

Wie in so vie­len aktu­el­len Games spie­len vir­tu­el­le Kar­ten einen gro­ße Rol­le in New Star Mana­ger. Mit Kar­ten wer­ten wir Spie­ler und Mit­ar­bei­ter auf. Kar­ten schal­tet man durch Sie­ge und das Erfül­len von Zie­len des Manage­ments frei oder gene­riert die­se durch die Mit­ar­bei­ter. Qual der Wahl: An jedem abge­lau­fe­nen Tag dür­fen wir ledig­lich Kar­ten für einen Bereich (z. B. Fer­tig­kei­ten, Fit­ness, Jugend und Ener­gy­drinks) frei­schal­ten. Der Fer­tig­kei­ten­trai­ner gene­riert in regel­mä­ßi­gen Abstän­den Fer­tig­kei­ten­kar­ten. Die Kar­ten ver­fü­gen über einen Sel­ten­heits­wert (Blan­ko, Bron­ze, Sil­ber, Gold) und eine Quan­ti­tät. Ver­bes­sern wir unse­ren Fer­tig­kei­ten­trai­ner ste­tig mit Fer­tig­kei­ten­kar­ten und rüs­ten wir mit Geld den Bolz­platz auf, steigt sein Gesamt­wert und er pro­du­ziert bes­se­re Kar­ten in kür­ze­rer Abfol­ge. Fer­tig­kei­ten rei­chen von Dribb­ling über Stär­ke bis zur Reak­ti­on. Je nach Posi­ti­on kön­nen die Kar­ten ein­ge­setzt wer­den. Mit Talent­kar­ten machen wir einen Spie­ler etwa zum Spiel­ma­cher oder stei­gern dau­er­haft sei­ne Loya­li­tät, wodurch wir weni­ger Finanz­mit­tel bei der Ver­trags­ver­län­ge­rung berap­pen müs­sen. Es gibt auch nega­ti­ve Talen­te wie eine hohe Ver­let­zungs­an­fäl­lig­keit. Wir haben kei­ne Mög­lich­keit gefun­den, die­se Eigen­schaft zu ent­fer­nen, und so macht es auf lang­fris­ti­ge Sicht Sinn, sich von sol­chen Spie­lern zu tren­nen, da regel­mä­ßig für vie­le Wochen aus­fal­len. Dar­über hin­aus gibt es über­grei­fen­de Kar­ten wie Mee­ting, die wir sowohl beim Per­so­nal als auch im Kader ein­set­zen kön­nen. Sorgt sich ein Spie­ler so stark um sei­ne Ent­wick­lung, dass wir selbst fünf Spiel­ta­ge vor Ver­trags­en­de nicht sei­nen Ver­trag ver­län­gern kön­nen, setz­ten wir ein­fach die­se Kar­te ein und sen­ken den Wert sei­ner Ent­wick­lungs­be­den­ken. Span­nend: Ver­trags­ver­län­ge­run­gen lau­fen in Form eines Kar­ten­spiels ab. Wir müs­sen stets die fol­gen­de Tri­kot­num­mer vor­aus­sa­gen, um den Preis zu sen­ken. Das birgt das Risi­ko, dass man am Ende mehr zah­len muss. Zocker pro­bie­ren ein Mal pro Tag ihr Glück, ver­scher­zen es sich aber womög­lich mit dem Spie­ler. Es ist aller­dings sehr leicht Spie­ler mit pas­sen­den Kar­ten wie­der für sich zu gewin­nen und den Spie­ler das zuge­füg­te Unheil spur­los ver­ges­sen zu las­sen. Im Übri­gen gibt es auch eine Kar­te, mit der wir für etwa 20 Spiel­ta­ge den Ver­trag eines Mit­ar­bei­ters oder Spie­lers kos­ten­los ver­län­gern. Die­se erhal­ten wir aber nur sehr sel­ten.

Ange­sichts der Tat­sa­che, dass sich all eure Mit­ar­bei­ter und Spie­ler ab einem gewis­sen Punkt sehr um ihre Ent­wick­lung sor­gen und man selbst mit Kre­di­ten und Fokus dar­auf nicht genü­gend Fer­tig­kei­ten­kar­ten schnell genug für alle pro­du­zie­ren kann, hat man sehr schnell eine mie­se Stim­mung im Team und wir haben kein ande­res Mit­tel dage­gen gefun­den, als den Squad zu ver­klei­nern. Das führt aller­dings auch zur Kri­tik im eige­nen Team, da sich Spie­ler anfreun­den aber auch anfein­den kön­nen. Stel­len wir zwei Spie­ler, die sich nicht mögen auf, machen die­se Kon­zen­tra­ti­ons­feh­ler. Kar­ten spie­len auch in der Halb­zeit­pau­se eine Rol­le, denn dort kön­nen wir Ener­gy­drinks an ver­aus­gab­te Spie­ler ver­tei­len oder eine Mann­schafts­an­spra­che machen. Die Mann­schafts­an­spra­che stellt stets die glei­chen Phra­sen dar, doch nur weni­ge davon wer­den zufalls­ge­ne­riert ver­wen­det. Unse­re Auf­ga­be ist es, die grün mar­kier­ten Aus­sa­gen inner­halb von Sekun­den zu mer­ken und dar­auf­hin aus­zu­wäh­len. Je nach Anzahl der rich­ti­gen Ant­wor­ten bekom­men die Spie­ler einen höhe­ren Ener­gie­zu­wachs. Wählt man eine fal­sche Ant­wort aus, gibt es kei­nen Boost aber auch kei­nen Abzug. Die­se mit der not­wen­di­gen Kon­zen­tra­ti­on nütz­li­che Kar­te bekom­men wir unver­hält­nis­mä­ßig oft.

Zwi­schen den Spiel­ta­gen sorgt New Star Mana­ger für Abwechs­lung. Oft­mals müs­sen wir uns für eine von zwei Situa­tio­nen ent­schei­den. Wol­len wir mit dem Team in die Ber­ge fah­ren oder einen Tag der offe­nen Tür für die Fans orga­ni­sie­ren? Je nach Ent­schei­dung steigt bzw. sinkt eure Popu­la­ri­tät in den ent­spre­chen­den Lagern. Das Spiel bie­tet auch ein dau­er­haf­tes Erfah­rungs­punk­te­sys­tem. Zu Beginn schal­tet man Dut­zen­de an Spiel­tro­phä­en frei, die euch Erfah­rungs­punk­te besche­ren. Bei einem Level­auf­stieg gibt es eini­ge neue Kar­ten. Wäh­rend ihr zu Beginn mit Kar­ten zuge­schüt­tet wer­det, ist es im wei­te­ren Spiel­ver­lauf weit­aus sel­te­ner, dass ihr Erfol­ge frei­schal­tet und auf die­sem Weg an neue Kar­ten kommt.

Das Ver­hält­nis zwi­schen den unter­schied­li­chen Spiel­ele­men­ten ist aus­ge­gli­chen. Obwohl sich vie­le Tätig­kei­ten wie­der­ho­len, hat man auf­grund der ste­tig erwei­ter­ten Mög­lich­kei­ten und der stei­gen­den Her­aus­for­de­rung nie Lan­ge­wei­le oder Ein­tö­nig­keit. Der beim ers­ten Auf­stieg hohe Anstieg des Schwie­rig­keits­grads, da man mit Bron­ze-Spie­lern gegen diver­se hoch­klas­si­ge Sil­ber-Spie­ler antritt, wird vie­le Ein­stei­ger aus dem Kon­zept wer­fen. Das ist zwar rea­li­täts­nah, da ein Auf­stei­ger sel­ten in der kom­men­den Sai­son die nächs­te Liga gewinnt, sorgt aber für stei­gen­de Frus­tra­ti­on, beson­ders in Kom­bi­na­ti­on mit dem unaus­ge­wo­ge­nen Ver­hält­nis aus Spie­ler­be­dürf­nis­sen und Mög­lich­kei­ten, die­se ange­mes­sen zu befrie­di­gen. Hier besteht noch Nach­bes­se­rungs­be­darf beim Ent­wick­ler, der uns ver­ra­ten hat dar­an zu arbei­ten.

Tech­nisch ist das Spiel glei­cher­ma­ßen beein­dru­ckend wie unschein­bar, egal auf wel­cher Platt­form. Einer­seits ist es beacht­lich, wie kom­plex die Fuß­ball­si­mu­la­ti­on ist, ande­rer­seits reißt beson­ders die Dar­stel­lung der Spiel­sze­nen Fans der ein­gangs erwähn­ten Fuß­ball­spie­le nicht vom Hocker und geht eher den Weg der mini­ma­lis­ti­schen Gra­fik, etwa wie das an den Klas­si­ker Sen­si­ble Soc­cer ange­lehn­te Socia­ble Soc­cer. Spie­ler sind nur klei­ne Pixel­männ­chen, wir beob­ach­ten die Situa­ti­on aus der dreh­ba­ren Vogel­per­spek­ti­ve, dür­fen auch nicht sehr weit her­an­zoo­men. Kar­ge Jube­l­ani­ma­tio­nen und Kon­fet­ti­re­gen erin­nern an ver­gan­ge­ne Zei­ten mit den Simu­la­tio­nen aus den Hau­sen EA und Swing. Dank Fan­ge­sän­gen und authen­ti­schen dyna­mi­schen Geräu­schen kommt bis­wei­len zünf­ti­ge Sta­di­on­at­mo­sphä­re auf. Die­se wird auf der Switch im Hand­held­mo­dus ab und an durch die in wich­ti­gen Situa­tio­nen ein­bre­chen­de Bild­wie­der­ho­lungs­ra­te getrübt. Da das Game­play aller­dings in Stop-Moti­on ver­läuft und man ohne­hin eine Situa­ti­on pro Spiel wie­der­ho­len darf (die Code­mas­ters-Renn­spie­le las­sen grü­ßen), ist das ver­schmerz­bar.

Fazit

Fans von Sport­si­mu­la­tio­nen wer­den mit New Star Mana­ger auf­grund der Umset­zung der Inten­si­tät von Fuß­ball viel Freu­de haben. Die Lern­kur­ve ist aller­dings auch für Ein­stei­ger flach genug, um schnell Erfol­ge zu fei­ern und die Menüs sind über­sicht­lich genug gestal­tet, um nicht wie in frü­he­ren Zei­ten in einem Dschun­gel an wir­ren Text­me­nüs unter­zu­ge­hen. New Star Mana­ger ist auf­ge­räumt, her­aus­for­dernd und beloh­nend, krankt aber noch an Balan­ce­pro­ble­men. Da wir Foot­ball Mana­ger Touch nicht gespielt haben, kön­nen wir kei­ne Aus­sa­ge dar­über tref­fen, ob New Star Mana­ger der bes­te Fuß­ball­ma­na­ger auf der Nin­ten­do Switch ist. Allen, die sich für die­sen Sport begeis­tern und kei­ne hohen Ansprü­che an Gra­fik und Lizen­zen hegen, kön­nen wir New Star Mana­ger emp­feh­len.

Die Screen­shots haben wir anhand der Nin­ten­do Switch-Ver­si­on gefer­tigt. Der Team­na­me wur­de aus Daten­schutz­grün­den ent­fernt.

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