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Switch Port Report: Prinny 1+2, Burnout Paradise Remastered

Heute präsentieren wir euch ein knallhartes Jump’n’Run und ein adrenalingeladenes Rennspiel aus zwei Traditionsmarken, die ihr Debüt auf der Switch feiern.

Prinny 1•2: Exploded and Reloaded

Prinny 1•2: Exploded and Reloaded enthält die beiden Platformer Prinny 1: Can I Really Be The Hero? und Prinny 2: Dawn of Operation Panties, Dood!, die vor 12 bzw. 10 Jahren für die PlayStation Portable (PSP) erschienen sind. Prinny ist eine fiktive Figur aus dem Disgaea-Universum, eine Rollenspielserie aus dem Hause Nippon Ichi Software (1 Complete, 5 Complete und 3 im XTgamer-Test). Im ersten Prinny ist es euer Ziel, die Zutaten für Etnas Ultra Dessert einzusammeln. 1000 Prinnies haben zehn Stunden Zeit, alles zu finden, sonst explodieren sie. In 6 Welten durchstöbert ihr also die Netherworld, meistert mehr und weniger knifflige Jump’n’Run-Passagen, bekämpft eine Fülle an Feinden und stellt euch fiesen Bossgegnern. Die Prinnies verfügen über ein großes Bewegungsrepertoire, etwa dem Hip Pound, mit dem ihr eure Gegner kurzzeitig außer Gefecht setzt. Doch er kann auch spinnen, um feindlichen Attacken auszuweichen, eine Slash-Attacke mit seinen Schwertern vollführen und sliden. Füllt ihr Prinnys Kombo-Leiste auf, bekommt ihr Items oder extra HP.

In Prinny 2 müsst ihr dem legendären Phantom Thief das Handwerk legen, schließlich hat er Etnas Unterbuxen geklaut. In der Bonus-Story Asagi Wars: Vengeance of Asagi schlüpfen wirin die Rolle des Disgaea 4-Bösewichts Asagi.Prinnies verfügen über drei neue Moves, die über den Break Mode bei mit Süßigkeiten aufgefüllter Komboleiste zugänglich gemacht werden. Der Husky Hip Pound ist, wie der Name bereits verrät, eine erweiterte Version des altbekannten Hip Pound, welche jetzt auch Schaden macht. Der Prinny Cyclone ist eine aufgemöbelte Iteration des Ausweichmanövers. Verlängert ihr euren roten Schal, macht ihr auch mit dieser Attacke Schaden. Mit dem Prinnikaze könnt ihr spektakulär aus der Luft heraus als Rakete auf dem Boden einschlagen und so eure Feinde dezimieren.

Prinny 1 und 2 sind spielerisch wie optisch nah an den PSP-Originalen. Viele Platforming-Passagen sind aufgrund der gewöhnungsbedürftigen Steuerung ziemlich schwer, die Bosskämpfe sind i.d.R. im Nu rum, da ihr meist nur ausweichen und zum richtigen Zeitpunkt eine Luftattacke starten müsst. Grafisch reißt das Spiel nun wirklich keine Bäume aus und ist auch hier nah am Original. Wir hätten uns gewünscht, dass es spielerisch wie optisch etwas aufpoliert wird. Nichtsdestotrotz machen beide Spiele immer noch viel Spaß, vor allem durch den charmanten Humor der immer wieder eingestreuten englisch synchronisierten Dialoge. Auch die Musik überzeugt in ihrer Abwechslung und Qualität über beide Spiele hinweg. Jump’n’Run-Fans und Disgaea-Spieler sollten Prinny 1•2: Exploded and Reloaded eine Chance geben, denn es punktet vor allem mit der charmanten Inszenierung und den abwechslungsreichen Welten. Für die nächste Iteration der Serie wünschen wir uns allerdings eine zeitgemäßere Optik und eine präzisere Steuerung.

Burnout Paradise

2001 gelang es dem im britischen Guildford ansäßigen Entwickler Criterion Games Rennspielfans mit dem Arcade-Racer Burnout zu begeistern. Die kompromisslose Raserei, in der man Kontrahenten mit Takedowns schlicht von der Strecke schießt, erfreute sich immer größerer Beliebtheit und so wurde EA darauf aufmerksam und kaufte Criterion nach dem Release von Teil 2 kurzerhand. Vernachlässigt man das Top-Down Spin-off Burnout Crash! ist Burnout Paradise der aktuelle Teil der Serie. Frappierend, denn das Spiel erschien vor 12 Jahren. Seither wurde es für nahezu jede Spieleplattform umgesetzt und im Juni wurde die Nintendo Switch mit Burnout Paradise Remastered versorgt. Das Rennspiel verfügt über beinahe 100 Wagen, 10 Strecken und alle acht ursprünglich für das Spiel veröffentlichte DLC-Packs. Neben der Kampagne könnt ihr mit bis zu sieben Freunden online gehen und euch bis zur schwarz-weiß-karierten Flagge um den ersten Platz streiten. Da man bei der KI schnell an seine Grenzen stößt, machen insbesondere die furiosen Online-Rennen Spaß. Dank Freundeslisten und Leaderboards gehen euch die Herausforderungen so schnell nicht aus. An einer Switch lässt sich im Burnout Party-Modus der Controller weitergeben, ähnlich wie im Hotseat-Modus von TrackMania. Ein Split-Screen-Modus fehlt wie im Original.

Mit bis zu 20 Stunden Spielzeit bietet die Kampagne so einiges, wenn man Paradise City nach allen Abkürzungen, Sprüngen und Werbetafeln absucht. Dank des umfangreichen Fahrparks, der neben schnittigen Sportwagen auch Motorräder umfasst, und des adrenalingeladenen Geschwindigkeitsgefühls wird das auch nicht so schnell langweilig. Eindrucksvoll: Die Switch-Version läuft durchgängig in 60 Bildern pro Sekunde. Auflösung und Kantenglättung unterscheiden sich allerdings grundlegend von den Versionen für PS4 und Xbox One. Während Burnout Paradise Remastered auf den Konkurrenzkonsolen in 1080p60 läuft, müssen Switch-Spieler mit 720p60 im Handheld- und 900p60 im TV-Modus vorlieb nehmen. Die AMD-spezifische Kantenglättungstechnik 2x EQAA fehlt ebenso. Das schmälert das visuelle Rennergebnis vor allem im TV-Modus, denn vorbeirauschende Landschaften sehen recht pixelig aus. Im Handheld-Modus sieht Burnout Paradise Remastered allerdings in Ordnung aus. Die Ladezeiten sind darüber hinaus angenehm kurz, was einem kleinen Rennen zwischendurch zugute kommt.

Nach Burnout Dominator und Legend für die PS Vita haben wir jetzt also endlich die Wachablösung mit einem mehr als ordentlichen mobil spielbaren Port von Burnout Paradise Remastered. Einzig der Verkaufspreis von aktuell circa 50 Euro ist für ein 12 Jahre altes Spiel, das lediglich Touch-Steuerung in Menü und auf der Karte hinzubekommen hat, stößt sauer auf. Rennspieler machen mit der Switch-Version von Burnout Paradise Remastered jedenfalls nichts falsch.

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