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Test

Im Test: Bus Simulator 21

Der Bus Simulator 21 ist seit Anfang des Monats erhältlich. Wir haben uns in die Fahrerkabine gesetzt und die Simulation ausführlich für euch getestet.

Der Einstieg im Video



Herzlich willkommen bei Ihrem neuen Busunternehmen im Bus Simulator 21 (BS21).

Einige Jahre haben wir warten und mehrere gamescoms (2020 und 2021) mit Infohäppchen Vorlieb nehmen dürfen, aber nun ist es endlich so weit, denn stillalive Studio im Vertrieb durch Astragon legen mit dem Bus Simulator 21 endlich nach. Nachdem wir bisher in Europa unterwegs waren, geht es nun rüber in die Vereinigten Staaten von Amerika. Das neue Spielgebiet bietet einige neue Spielfunktionen. Insgesamt fühlt es sich mehr an wie eine Open-World. Was früher nur im Multiplayer möglich war, geht nun auch im Singleplayer-Modus. So kann man nun live verfolgen, welche Route von den NPC-Busfahrern befahren wird, und dann jederzeit zusteigen. Entweder macht man dann im Bus eine Fahrkartenkontrolle oder übernimmt den Bus für die Routenfahrt selbst.

Mit der neuen Karte, die leicht an San Francisco gelehnt ist, haben sich die Jungs von stillalive Studio richtig Mühe gegeben. Diese bildet einige wirklich unterschiedliche Stadtgebiete ab. So hat man natürlich ein Strandgebiet und eine Art “Chinatown”. Die neue Karte mit den extrem vielen Bussen gehört zu den Höhepunkten des 21er-Titels. Auch der Open-World-Aspekt geht gut auf. Technisch betrachtet ist die Grafik aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Das bedeutet aber nicht, dass sie schlecht ausschaut. Insbesondere die Wettereffekte beeindrucken morgens und abends mit sehenswerten Lichtstimmungen.

Das Schöne ist auch, dass man den BS21 als Anfänger bis hin zum Profi für Simulator-Spiele erleben kann, da das Spiel vier Schwierigkeitsgrade und dazu noch einen Sandbox-Modus bietet.
Das Questsystem im Hauptspielteil sorgt für wenig Überraschungen. So werden nach und nach Stadtteile freigeschaltet, in denen man wieder Routen steckt und diese abfährt. Leider auch sind wieder diese Aufgaben enthalten in denen es nur darum geht, die Haltestellen in der Wertung hinaufzufahren und in Monotonie zu versinken. In der finalen Aufgabe geht es nur noch um das Grinden der Bushaltestellen, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

Auf dem Fahrersitz

Die Busse lizenzierter Marken selbst sind schön gestaltet und besitzen gute Sound- und Fahreigenschaften. Insgesamt fühlt sich das Fahren im 21er weicher an als im Vorgänger. Neben diverser klassischer Busse, die typischerweise Diesel- und auch CNG-Motoren haben, gibt es nun auch E-Busse und einen Doppeldecker. Die Busse selber lassen sich mit komplexen Stickern bekleben. Dabei könnt ihr an ihnen auch Schriftzüge und Werbung anbringen. Wir haben den Bus Simulator 21 mit dem Logitech G29-Lenkrad sowie einem Headtracking-System gespielt. Auch die Außenkamera funktioniert dabei recht angenehm.

Mit dem anfänglich komplizierten Menü- und UI-Design muss man sich zunächst anfreunden. Dieses ist zwar recht stark in den einzelnen Funktionen, aber leider auch etwas umständlich zu bedienen.

Gamebreaking Bugs, also Fehler die das Spielerlebnis zerstören, hatten wir zwar nicht erlebt, aber hin und wieder verhalten sich Verkehrsteilnehmer und Fußgänger seltsam, indem sie auf einmal durch eine Brücke glitchen und inmitten der Autobahn erscheinen. Grafikfehler entstehen bei der Darstellung der Werbeaufkleber und des Regens auf der Frontscheibe.

Belebte Straße

Die Stärken des Bus Simulator 21 liegen eindeutig in der großen Anzahl der verschiedenen Busse, der vielen Möglichkeiten der Individualisierung der Fahrer und Busse, dem motivierenden Wirtschaftssystem im Busbetrieb und der Open-World mit Tag-/Nacht-Wechsel sowie dem dynamischen Wettersystem. Aber wo Licht ist, gibt es auch Schatten und im Falle des BS21 zählen zu Letzteren die unübersichtlichen Menüs, das seltsame Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer und das uninspirierte Missionssystem mit typischen Grindmissionen.

Das altbekannte Busfahrerleben wird auch in der 21er Version durch die zahlreichen Dialoge aufgelockert, die diesmal von recht bekannten Personen eingesprochen wurden, darunter Influencer wie Erik “Gronkh” Range. Natürlich darf auch das Foto von Maunzi bei der Fahrkartenkontrolle nicht fehlen.

Was schön gewesen wäre, ist ein freier Modus, in dem man ein bestimmtes Startkapital besitzt, sich die Missionen bzw. Ziele selbst steckt und sich durch tüchtiges Planen und Fahren nach und nach die Stadtgebiete einzeln freischaltet, in denen man die Fahrlizenzen erwirbt. So hätte man eine gesunde Mischung aus dem Grundspiel und der Sandbox, die nur für Testfahrten ihre Berechtigung hat, da man dort nicht Pleite gehen kann und alles schon freigeschaltet hat.

Doppeldecker bei Nacht

Fazit

Grafisch konnten wir im Bus Simulator 21 eine Zunahme der Detailverliebtheit der Spielwelt und der Busse beobachten. Die Fahrphysik wurde auch eindeutig verbessert. Auch wenn hier und da nun nicht mehr solche Megastaus wie im BS18 entstehen, gibt es dennoch kleine Fahrprobleme der Künstlichen Intelligenz (KI). Wir empfanden das Fahr- und Spielerlebnis im BS21 sehr schön und können zum Kauf raten, wenn man über die leicht unübersichtlichen Menüs, sowie kleine Grafikfehler und das angestaubte Questsystem hinwegsehen kann, da allein das Fahren durch die liebevoll gestaltete Welt Freude bereitet. Wir haben für den BS21 42 Stunden benötigt. Ob einem der Titel dann am PC 34,99 Euro oder in der Extended Edition 38,93 Euro bzw. auf der Konsole 49,99/54,99 Euro wert ist, muss man natürlich selbst entscheiden. Wir denken aber, dass der Titel durchaus seine Fangemeinde finden wird.

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